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Von
Wolfgang Stoesser
Ich wurde am 6.7. 1944 in Tilsit geboren
und bin in Dorsten/NRW aufgewachsen.
Nach Beendigung meiner Lehre zum Feinblechner
habe ich meinen Traumberuf als Berufskraftfahrer gelernt und
bis zu meinem vorzeitigen Ruhestand ausgeführt.
Seit meinem 15. Lebensjahr habe ich mich ehrenamtlich bei DRK, THW und
der freiwilligen Feuerwehr engagiert.
Ich habe vieles gelernt, erlebt und erfahren und es lohnt sich darüber zu schreiben.
So entstehen viele kleine Kurzgeschichten und Märchen für große und kleine Menschen besonders aus dem Bereich der Feuerwehr, die ich irgendwann auch in Buchform zum Leser schicken werde.
Außerdem arbeite ich mit meiner Frau (Celine Rosenkind) an der Neuauflage und den Folgebänden von Buchwussels Abenteuer.
Wolfgang Stoesser
(Wolle112)
wohnt in
45525 Hattingen/Ruhr
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Rückschau
Oft wünschte ich im Leben
mich einfach weg von dir
hab immer nur gegeben
wie danktest du es mir?
Ging meine eignen Wege
zu suchen wahres Glück
die Hoffnung mich bewegte
ich wollte nie zu dir zurück.
So war ich gern alleine
an manchem fremden Ort
lief über Weg und Steine
Hauptsache ich war fort.
Ich hör noch deine Stimme
so laut und unbeseelt
wusste dass ich gewinne
weil vieles mich gequält.
Wir waren lang zusammen
und doch war ich allein
drum bin ich weg gegangen
um jetzt bei IHR zu sein.
Urheberrecht Wolfgang Stoesser
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Ein warmer Sommertag…
Es war ein warmer Sommertag, so wie man es sich nur wünschen konnte. Besonders
für die Freiwillige Feuerwehr aus dem Ort, denn sie hatten heute „Tag der
offenen Tür“.
Der Onkel Herbert von der Feuerwehr , nahm Kevin, der erst seit einer Woche bei
der Jugendfeuerwehr war, und gerade vor zwei Tage seine Uniform bekommen hatte
mit.
Natürlich hatte er schon ab 9 Uhr ungeduldig auf ihn gewartet. Es gab Cola und Würstchen, jede Menge an Spielen, sogar Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto.
Die absolute Höhe war die die Fahrt mit der Drehleiter auf 30 Meter Höhe. Die
Menschen sahen von oben aus wie kleine Ameisen. Von hier aus konnte man über
den ganzen Ort , sogar weit in die Ferne sehen.
Kevin wäre am liebsten eine Stunde oder länger hier oben geblieben so viel gab es hier zu sehen. Es war schon später Nachmittag, das Fest war schon fast zu Ende.
Mit einem ohrenbetäubenden Lärm brüllte plötzlich die Sirene
auf dem Dach.
Das hektische Treiben auf dem Platz schien sich auf einmal zu verdoppeln. Die
kleinen Kinder liefen wegen des Lärmes weinend zu den Eltern, während die
Feuerwehrmänner ins Gerätehaus liefen, sich rasch umzogen und in die
Feuerwehrautos sprangen.
Kevin der von der letzten Rundfahrt immer noch im Auto saß, durfte bei seinem Onkel Herbert mitfahren. Der letzte Feuerwehrmann hatte gerade die Türe zugeknallt, da schaltete Herbert das Blaulicht und das Martinshorn an. Die vielen Menschen hatten schon Platz gemacht, so dass sie ungehindert losfahren konnten. Im Rückspiegel sah Herbert die Drehleiter die auch sofort hinterher kam.
Die Autofahrer vor ihnen machten nach rechts und links schnell Platz. Das laute
Lufthorn auf dem Dach sorgte auch für die freie Kreuzung.
Für Kevin war das alles sehr aufregend, ihm zitterten heftig die Knie. Bernd
der neben ihm saß,
legte seine schon behandschuhte Hand auf seine Knie und schaute ihn beruhigend
an.
In den Schaufensterscheiben sah man die Blaulichter aufblitzen und das Lufthorn
wurde zwischen den Häusern doppelt so laut.
Alle Leute schauten ihnen nachdenklich nach; wo mochte es wohl
brennen?
Die letzten Häuser waren gerade vorbei, da konnte man auch schon die dicken
schwarzen Rauchwolken in der Ferne sehen. So etwas hatte Kevin noch nie gesehen,
auch die dicken Rauchschwaden die zwischen den Dachpfannen unermüdlich
herausquollen, ohne dass man irgendwo einen Feuerschein sehen konnte.
Nachdem die Feuerwehrleute an der Einsatzstelle aus dem Auto gesprungen waren,
konnte Kevin am Fenster sitzend alles sehen. Während die ersten mit
Sauerstoffmasken und Atemluftflaschen auf dem Rücken ins Haus liefen, sorgte
Herbert dafür, dass sie auch genügend Wasser mit im Schlauch hatten.
Vier Leute waren damit beschäftigt eine Schlauchleitung aus dem nahen
Feuerlöschteich zu legen. Schwitzend rollten sie einen Schlauch nach dem andern
aus. Da, am Fenster konnte Kevin für nur einen kurzen Augenblick ein
Kindergesicht sehen. Sofort sprang Kevin aus dem Auto und lief zum Onkel
Herbert der hinten am Auto stand und darauf achtete, dass genügend Löschwasser
da war. Sofort ließ Herbert die Drehleiter an das Fenster heranfahren. Da Kevin
sofort wieder ins Auto zurück musste, schaute er von hier gebannt zu, wie zwei
Feuerwehrleute durch das Fenster einstiegen, um mit dem Jungen auf dem Arm
wieder herauszukommen. Er merkte gar nicht, wie vor lauter Aufregung, sein Hemd
schweißnass wurde.
Jemand klopfte ihn leicht auf die Schulter. Verschlafen schaute er an dem
Gesicht seiner Mutter vorbei, wo durch das Wohnzimmerfenster draußen die Sonne
langsam untergehen wollte.
Seine Mutter schob ihn behutsam in seinem Rollstuhl zur Küche um ihn beim
Abendessen zu helfen, denn er war am ganzen Körper gelähmt…
Wie gerne wäre er auch Feuerwehrmann geworden.....
© Wolfgang Stoesser
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Die
Geschichte vom alten Feuerwehrauto “ERWIN”
“ Erwin “
Zuerst möchte ich mich einmal vorstellen. Ich bin 1955 geboren, habe vier
einzelne angetriebene Räder, die von einem 115 PS starken Turbomotor
angetrieben werden. Meine Verkleidung ist Rot lackiert außer den Kotflügeln,
die hat man leuchtend Weiß gemacht, damit man mich auch als Feuerwehrauto
besser erkennen kann. Erst hatte ich nur zwei Blaulichter über den Scheiben
nach vorne hin auf dem Dach, die abwechselnd blinkten. Mit den zwei
Boschhörnern und den später dazugekommenen zwei großen Rundumblaulichtern
habe ich immer freie Fahrt auf der Straße gehabt. Ganz schön stolz bin ich
auch auf den verchromten blank geputzten Kühlergrill und dem stolz nach oben
stehenden Mercedesstern.
Außer dem Fahrer und dem Kommandanten können noch vier Leute hinten sitzen.
Die gesamte Ausrüstung dafür befindet sich hinten wo auch der große
2500ltr.Wassertank ist. Auf dem Dach befindet sich noch eine 4-teilige Leiter,
die zusammengesteckt 8 Meter lang ist. Damit konnten auch Leute aus dem
2.Obergeschoss oder Katzen aus dem Bäumen gerettet werden. Zur Not gibt es ja
auch noch mein Kumpel, die ebenso alte Drehleiter mit einer 22 Meter langen
Leiter. Selbst der kleine Krankenwagen der links von mir, aus den 60.Jahren, hat
auch einen stolzen Mercedesstern.
Nun stehen wir hier über 10 Jahre und warten auf ihn, den auch schon alten
Fahrer Herbert, damit er mich und die beiden andern mal wieder vor die Tür aus
dem schon altem Gerätehaus an die Sonne lässt, den Staub abwäscht, und den
hier und da aufkommenden Rost entfernt.
Neben an, im neuen Gerätehaus, die neuen großen Autos haben es viel besser.
Die Garagen sind viel größer und haben große helle Glastüren, die wie von
Geisterhand von alleine aufgehen. So kann man sie von Außen immer gut sehen,
die großen roten Autos mit der neuesten Technik, den auffälligen gelben
Streifen, den Frontblitzern, den großen blauen Blitzleuchten, und die starken
mit Kompressor betriebenen Lufthörner auf dem Dach, die man schon kilometerweit
vorher hören kann.
Im letzten Jahr, als die Feuerwehr das 100 Jähriges Jubiläum hatte, durfte ich
im Festumzug ganz vorne mit Blaulicht und Martinshorn fahren, die alte
Drehleiter und der alte Krankenwagen waren hinter mir. Die neuen großen
Fahrzeuge mussten zum Schluss hinterher fahren, das tat mir unheimlich gut. Die
alten Leute staunten, als sie mich sahen, bestimmt haben sie sich auch
wieder an die alten Zeiten erinnert. Rechts und links standen tausende Beifall
klatschende Leute. Andererseits hatte ich sie auch wieder verärgert, als ich
ihnen den schwarzen rußigen Abgasqualm ins Gesicht pustete. Trotzdem war das
der schönste Tag nach langer Zeit.
Wieder einmal war einige Zeit vergangen, und war gerade so eingeschlummert, als
mein Fahrer Herbert mich vor die Garage fuhr um mich zu waschen. Als er mein
Führerhaus sauber machte, streichelte er mir behutsam über das Armaturenbrett,
und sagte traurig;“ Vielleicht ist es das letzte mal, denn einer von euch
dreien muss hier heraus, da für den neuen Rettungswagen in der neuen Wache kein
Platz mehr ist.“
Herbert hatte gerade den Schwamm zum 1. Male ausgewrungen, als die Sirene auf
dem Dach laut losheulte. Da ich ja draußen stand, konnte ich sehen wie Herbert
zur neuen Wache herüber lief. Die Tore öffneten sich wie von Geisterhand leise
nach oben. Schnell kamen die Feuerwehrleute mit dem Auto, dem Fahrrad oder gar
zu Fuß an und sprangen, nachdem sie sich im Gerätehaus umgezogen hatten,
in die Feuerwehrwagen. Als erster jagte Herbert mit dem neuen Tanklöschwagen
mit lauter Druckluftfanfare und den grell blitzenden Blaulichtern um die erste
Ecke. Das Lufthorn war so laut, das man es noch lange hören konnte. Dann fuhr
auch die neue Drehleiter und der Krankenwagen hinterher.
Es dauerte gar nicht lange da sah ich sie alle wiederkommen.
Als Herbert wieder zu mir zurückkam, konnte man ihn schimpfen hören;“ So ein
Mist! Schon wieder ein falscher Alarm. Was denken sich die Leute? Oder sind es
ungezogene Kinder?“ Kaum hatte er zu Ende gesprochen, da…..
Da ging schon wieder die Sirene.
Zum Glück waren fast noch alle Feuerwehrleute da, die sofort in die Fahrzeuge
sprangen.
Die Drehleiter und auch der Krankenwagen verließen mit Blaulicht und Sirene
schnell die Wache. Doch das neue Tanklöschfahrzeug was vorhin noch als erster
herausfuhr stand immer noch da.
Da sah ich wie Herbert verzweifelt immer wieder den Starterknopf drückte, der
jedoch nur ein leises Klacken von sich gab. Da kam auch schon über Funk die Nachfrage
von der Zentrale warum sie nicht ausrücken würden, denn ein Wohnhaus stände
voll in Flammen. Aber auch das ließ den neuen Tanklöschwagen nicht erweichen
anzuspringen. Alle rutschten schon auf ihren Plätzen nervös hin und her. Dann
kam Herbert die rettende Idee;“ Los rüber zum alten Erwin!“
…Das war meine Chance, denen werde ich es jetzt mal zeigen.
Kaum hatte der Letzte die Türe zugezogen, und Herbert den Starterknopf
gedrückt, drehte mein Motor in voller Drehzahl durch und hinterließ beim
Abfahren eine dicke schwarze Rauchwolke, die fast die gesamte Garage ausfüllte.
Was aber die alte Drehleiter und den Krankenwagen kräftig zum Husten brachten..
Herbert brauchte gar nicht so fest auf mein Gaspedal treten, ich hätte auch so
alles hergegeben. Quietschend und Ätzend legte ich mich in jede Kurve, denn man
brauchte in der Einsatzstelle dringend mein Wasser.
Ja ..das war wie in alten Zeiten, wo ich sogar nachts durch die Sirene geweckt
wurde.
So manches Mal kam es auf Sekunden an, die über Leben und Tod entscheiden.
Viele Brände habe ich schon gesehen und das Feuer mit meinem kalten Wasser
verschreckt, so das es vergaß weiter zu Brennen.
Beim letzten Waldbrand wurde es mir durch das zu schnell herankommende Feuer so
heiß, dass beinahe mein schöner roter Lack schwarz verbrannt währe.
Selbst im Winter als der 8jährige Paul im Eis eingebrochen war, bin ich ohne zu
rutschen noch rechtzeitig angekommen. Da war ich aber mächtig ins Schwitzen
gekommen, trotz der klirrenden Kälte. Ach, was waren das noch Zeiten, und jetzt
soll ich verschrottet werden?
Doch da, von weitem konnte ich schon die schwarzen Rauchwolken sehen, legte mich
noch einmal knarrend in die letzte Kurve, und kam mit quietschenden Bremsen an
der Einsatzstelle zum Stehen. Alle staunten als sie mich sahen und freuten sich,
denn sie brauchten dringend das Wasser was ich ja immer bei mir hatte. Mit
diesem Wasser konnten die Feuerwehrleute in das brennende Haus vordringen und
noch eine bereits bewusstlose Person aus dem Haus retten.
Das war wieder einmal Rettung in letzter Sekunde.
Als wir an der Wache zurückkamen, streichelten mir alle lieb die Motorhaube, am
meisten Herbert.
Bevor er die Garagentür behutsam schloss, sagte er leise zu mir;“ Dich, geben
wir so schnell nicht ab, dafür sorge ich!“
Und so wurde bei der nächsten Versammlung der alte Krankenwagen zum Verschrotten
ausgewählt.
Seit der Zeit, machte Herbert immer die Garagentür auf, damit ich wenigstens
sehen kann wie sie wieder einmal losfahren müssen. So ist es für mich nicht
mehr so langweilig…..und vielleicht…vielleicht brauchen sie mich auch mal
wieder?
Euer Erwin
©Wolfgang Stoesser
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