Marion
Wein erblickte am 06.09.1974 in Riedenburg, im schönen Bayern
das Licht der Welt.
An der
Klosterschule in ihrer Heimat machte sie ihren Abschluss und absolvierte
anschließend die Ausbildung zur Beamtin
bei den Justizbehörden in Regensburg.
1998 brachte die Autorin ihren Sohn Fabian auf die Welt und zog ihn mehrere Jahre alleine groß.
Seit dem Jahre 2004 ist sie verheiratet.
Die
Autorin schreibt schon seit ihrem 13. Lebensjahr Gedichte,
ihr erstes Gedichtband wurde im Dezember 2005 durch den Engelsdorfer Verlag
verlegt.
Ihr Gedicht "Öffne die Augen" wurde in das Jahrbuch 2006 (Kategorie A) der Brentanogesellschaft in Frankfurt aufgenommen.

Meine
Heimat Riedenburg
(eine
Liebeserklärung an meinen bezaubernden
Geburts-
und Wohnort)
Mein Ursprung
liegt in deinem Schoß.
Eingepflanzt in mein Herz,
hast du mir
drei silberne Rosen.
Nicht nur einmal
suchte ich bereits das Weite.
Zu verlockend traten
die Aussichten in der Ferne
zutage.
Nie hast du mich
je wirklich losgelassen;
zu tief verwurzelt
bin ich mit dir.
Für den
Rest meiner Tage
begebe ich mich
heim zu dir;
ich weiß, was ich an dir habe.
Auch möchte ich
die ewige Ruhe finden
auf deinem goldenen Flecken Erde.
Riedenburg,
meine Heimat,
du bist so lyrisch,
so herrlich bayerisch
und deine Landschaft
so einmalig schön!
©Marion Wein, 26.08.08
Die
Blicke der anderen
Flüchtig
mögen
die Blicke der anderen
dich treffen;
manchmal bleiben sie
auch ein Weilchen länger
an dir hängen.
Achtlosigkeit oder Neugier,
Neid oder Respekt,
Gram oder Wohlgesonnenheit;
all das legt sich ab
auf dich,
in Blicken der anderen.
Schätze nur
den Wert deines eigenen Blickes
in den Spiegel.
Er allein bekundet dir,
wie tief du dir selbst in die Augen
schauen kannst.
Bedeutungslos ist,
was du anstellst
oder unterlässt zu tun;
lebe die Eigenliebe
… und du bist immun
gegen alle
Blicke der anderen.
©Marion Wein, 23.08.08

Der
Weg nach vorn
Unabsehbar
weit,
in
ein unbekanntes Land führend,
so
zeigt er sich
-
der Weg nach vorn …
Lohnt
es sich ihn zu begehen?
Beschert
er einen gänzlichen Neuanfang
und
die Chance auf Selbstfindung?
Verspricht
er Befreiung?
Vermag
er die Fesseln der Vergangenheit zu lösen;
siegt
er über für wahr gedachte Emotionen?
Unsicherheit
hämmert sich in die Gedanken.
Der
Weg nach vorn …
Den
Mut aufgebracht,
die
Startlinie zu überschreiten,
platzieren
sich an jeder Abzweigung Schilder,
die
ausnahmslos lediglich nach vorne zeigen.
Von
der eingeschlagenen Richtung nicht abzukommen,
dem
neuen Terrain treu zu bleiben,
verheißt
die Geburt einer klaren Sichtweise.
Der
Weg nach vorn also …
…
darauf lasse ich mich ein – Risiko.
Ich
habe nie zu viel gesetzt – nie gepokert.
Aber
der Punkt ist erreicht:
Die
Vergangenheit soll nicht mehr länger den Weg,
der
vor mir liegt, pflastern.
Der
Weg nach vorn also …
…
Kraft durchströmt mich – Bereitschaft anzunehmen,
was
auf mich zukommen mag.
Im
selben Augenblick drehe ich mich bewusst noch einmal um.
Die
bisher zurückgelegte Lebensstrecke missfällt mir
–
nie mehr will ich zurückblicken.
Der
Weg nach vorn zieht mich wie magisch an …
…
Er ist bereits mein gestecktes Ziel …
©Marion
Wein,
28.03.2003
Marion Wein, Riedenburg
(veröffentlicht
im Lyrikband von Marion Wein
„Und
ewig bleibt die Hoffnung“ – ISBN-Nr. 3-939144-33-9 -
Engelsdorfer
Verlag)

Junger
Tod
Es vergeht kaum ein Tag,
an dem die Erinnerung an dich nicht
auflebt.
Denke ich an das, was dich sterben ließ,
so überfällt mich jedes Mal eine
eisige Kälte.
Du wurdest im gleichen Jahr geboren
wie ich
und zum selben Zeitpunkt
führte ein jeder von uns beiden
einen unerbittlichen Kampf – den,
der auf die Diagnose Krebs folgt.
Ich frage mich, welche Mächte am Werk
waren,
die das Urteil fällten,
dass du aus dem Leben gehen musstest
und ich weiterleben darf.
Als Freundinnen waren wir einst ein Herz und eine Seele.
Viele Jahre vor deinem jungen Tod
hatten wir uns beide
dann aber ganz und gar aus den Augen
verloren.
Jedoch niemals bin ich dir näher
gewesen als zu der Stunde,
in der du zu Grabe getragen wurdest
…
Unbegreiflich tief verbunden fühle ich mich mit dir.
Stehe ich vor deinem Grab, so scheint
es mir,
als würdest du mir den stillen
Auftrag erteilen,
ich solle das Beste aus meinem Leben
machen
und die Chancen, die sich darin
auftun, allesamt nutzen.
Denn du hast keine Gelegenheit mehr
dazu
-
dein Leben ist für alle
Zeit vorüber.
Dies gibt mir Auftrieb und führt mir
vor Augen,
wie kostbar die begrenzte Existenz auf
Erden doch ist.
da, wo du jetzt bist!
Und ich weiß ganz genau,
dass du dort zumindest die Erlösung
gefunden hast,
nie mehr wieder Schmerzen erleiden zu
müssen.
Für BIRGIT
Riedenburg, 01.10.2005
gest. 2005 ©Marion Wein

Die
Hitze einer Nacht
überschwemmt
all unsere Sinne
und
entreißt uns jegliche Beherrschung.
Sanft gleitende
Fingerspitzen
überziehen
unsere Körper mit einem
unsichtbaren
Film prickelnden Genusses.
Hände greifen
ineinander
und
wollen sich eine Unendlichkeit lang
nicht
loslassen.
Und
während unser Lied erklingt,
treiben
wir im Strudel unbändigender Leidenschaft,
in
der sich unsere Herzen streicheln.
In zu eins
gewordenen Gedanken
begegnet
sich unser Geist.
So
schenken wir uns gegenseitig die Beglückung,
mit
der feine Perlen aus einem erlebten Sinnesrausch
an
unserer Haut hinabrinnen.
Der letzte Takt
unseres Liedes
verstummt
in mitten der Hitze jener Nacht,
die
sich als unvergängliche Erinnerung
in
unserer Wahrnehmung verankert hat.
Die
Harmonie in der Melodie unseres Liedes
entflammt
in uns unaufhaltsam
wieder
und wieder
die
Hitze aus der einst durchgefühlten Nacht.
c) MW
©Marion Wein, Riedenburg, 06.06.2006