Marion Wein erblickte am 06.09.1974 in Riedenburg, im schönen Bayern
das Licht der Welt.

An der Klosterschule in ihrer Heimat machte sie ihren Abschluss und absolvierte anschließend die Ausbildung zur Beamtin bei den Justizbehörden in Regensburg.

Marion Wein ist verheiratet und hat einen Sohn.

Die Autorin schreibt schon seit ihrem 13. Lebensjahr Gedichte,
ihr erstes Gedichtband wurde im Dezember 2005 durch den Engelsdorfer Verlag verlegt.

Ihr Gedicht "Öffne die Augen" wurde in das Jahrbuch 2006 (Kategorie A) der Brentanogesellschaft in Frankfurt aufgenommen.

 

Meine Heimat Riedenburg

 

(eine Liebeserklärung an meinen bezaubernden

Geburts- und Wohnort)

 

    

   Mein Ursprung

   liegt in deinem Schoß.

   Eingepflanzt in mein Herz,

   hast du mir

   drei silberne Rosen.

 

   Nicht nur einmal

   suchte ich bereits das Weite.

   Zu verlockend traten

   die Aussichten in der Ferne

   zutage.

 

   Nie hast du mich

   je wirklich losgelassen;

   zu tief verwurzelt

   bin ich mit dir.

 

   Für den

   Rest meiner Tage

   begebe ich mich

   heim zu dir;

   ich weiß, was ich an dir habe. 

  

 

   Auch möchte ich

   die ewige Ruhe finden

   auf deinem goldenen Flecken Erde.                                                                   

 

   Riedenburg,

   meine Heimat,

   du bist so lyrisch,

   so herrlich bayerisch

   und deine Landschaft

   so einmalig schön!

  

   ©Marion Wein, 26.08.08                                                                                  

 

 

   

Die Blicke der anderen

 

   Flüchtig mögen

   die Blicke der anderen

   dich treffen;

   manchmal bleiben sie

   auch ein Weilchen länger

   an dir hängen.

  

   Achtlosigkeit oder Neugier,

   Neid oder Respekt,

   Gram oder Wohlgesonnenheit;

   all das legt sich ab

   auf dich,

   in Blicken der anderen.

 

   Schätze nur

   den Wert deines eigenen Blickes

   in den Spiegel.

   Er allein bekundet dir,

   wie tief du dir selbst in die Augen

   schauen kannst.

  

   Bedeutungslos ist,

   was du anstellst

   oder unterlässt zu tun;

   lebe die Eigenliebe

   … und du bist immun

      gegen alle Blicke der anderen.

       ©Marion Wein, 23.08.08 

                                                                    

 

Der Weg nach vorn  

Unabsehbar weit,

in ein unbekanntes Land führend,

so zeigt er sich

- der Weg nach vorn …

 

Lohnt es sich ihn zu begehen?

Beschert er einen gänzlichen Neuanfang

und die Chance auf Selbstfindung?

 

Verspricht er Befreiung?

Vermag er die Fesseln der Vergangenheit zu lösen;

siegt er über für wahr gedachte Emotionen?

 

Unsicherheit hämmert sich in die Gedanken.

Der Weg nach vorn …

 

Den Mut aufgebracht,

die Startlinie zu überschreiten,

platzieren sich an jeder Abzweigung Schilder,

die ausnahmslos lediglich nach vorne zeigen.

Von der eingeschlagenen Richtung nicht abzukommen,

dem neuen Terrain treu zu bleiben,

verheißt die Geburt einer klaren Sichtweise.

 

Der Weg nach vorn also …

… darauf lasse ich mich ein – Risiko.

    Ich habe nie zu viel gesetzt – nie gepokert.

 

Aber der Punkt ist erreicht:

Die Vergangenheit soll nicht mehr länger den Weg,

der vor mir liegt, pflastern.

 

Der Weg nach vorn also …

… Kraft durchströmt mich – Bereitschaft anzunehmen,

    was auf mich zukommen mag.

 

Im selben Augenblick drehe ich mich bewusst noch einmal um.

Die bisher zurückgelegte Lebensstrecke missfällt mir

– nie mehr will ich zurückblicken.

 

Der Weg nach vorn zieht mich wie magisch an …

… Er ist bereits mein gestecktes Ziel …

 

                           ©Marion Wein, 28.03.2003

   

                                      Marion Wein,  Riedenburg 

 

(veröffentlicht im Lyrikband von Marion Wein

  „Und ewig bleibt die Hoffnung“ – ISBN-Nr. 3-939144-33-9 -

  Engelsdorfer Verlag)

                                                                

Junger Tod  

 

Es vergeht kaum ein Tag,

an dem die Erinnerung an dich nicht auflebt.

Denke ich an das, was dich sterben ließ,

so überfällt mich jedes Mal eine eisige Kälte.

 

Du wurdest im gleichen Jahr geboren wie ich

und zum selben Zeitpunkt  führte ein jeder von uns beiden

einen unerbittlichen Kampf – den, der auf die Diagnose Krebs folgt.

 

Ich frage mich, welche Mächte am Werk waren,

die das Urteil fällten,

dass du aus dem Leben gehen musstest

und ich weiterleben darf.

       

        Als Freundinnen waren wir einst ein Herz und eine Seele.

Viele Jahre vor deinem jungen Tod hatten wir uns beide

dann aber ganz und gar aus den Augen verloren.

Jedoch niemals bin ich dir näher gewesen als zu der Stunde,

in der du zu Grabe getragen wurdest …

       Unbegreiflich tief verbunden fühle ich mich mit dir.

 

Stehe ich vor deinem Grab, so scheint es mir,

als würdest du mir den stillen Auftrag erteilen,

ich solle das Beste aus meinem Leben machen

und die Chancen, die sich darin auftun, allesamt nutzen.

Denn du hast keine Gelegenheit mehr dazu

-         dein Leben ist für alle Zeit vorüber.

 

Dies gibt mir Auftrieb und führt mir vor Augen,

wie kostbar die begrenzte Existenz auf Erden doch ist.

 

 Ich wünsche dir von Herzen alles Gute,

da, wo du jetzt bist!

Und ich weiß ganz genau,

dass du dort zumindest die Erlösung gefunden hast,

nie mehr wieder Schmerzen erleiden zu müssen.  

 

         Für BIRGIT                                                            Riedenburg, 01.10.2005

      gest. 2005                                                                ©Marion Wein

Die Hitze einer Nacht


 Eine Flut atemberaubender Nähe

überschwemmt all unsere Sinne

und entreißt uns jegliche Beherrschung.

 

Sanft gleitende Fingerspitzen

überziehen unsere Körper mit einem

unsichtbaren Film prickelnden Genusses.

 

Hände greifen ineinander

und wollen sich eine Unendlichkeit lang

nicht loslassen.

 

Und während unser Lied erklingt,

treiben wir im Strudel unbändigender Leidenschaft,

in der sich unsere Herzen streicheln.

In zu eins gewordenen Gedanken

begegnet sich unser Geist.

 

So schenken wir uns gegenseitig die Beglückung,

mit der feine Perlen aus einem erlebten Sinnesrausch

an unserer Haut hinabrinnen.

 

Der letzte Takt unseres Liedes

verstummt in mitten der Hitze jener Nacht,

die sich als unvergängliche Erinnerung

in unserer Wahrnehmung verankert hat.

 

Die Harmonie in der Melodie unseres Liedes

entflammt in uns unaufhaltsam

wieder und wieder

die Hitze aus der einst durchgefühlten Nacht.

                                          c) MW  

 

                                  ©Marion Wein, Riedenburg, 06.06.2006  

 

         

Marion.Wein@t-online.deMarion.Wein@t-online.de