Sarah Gemicioglu

Abschiedskonzert

 

Auf Wiedersehen, sanfter Duft eines Sommers,  

voll bunter Musik,  gemalt in warmen Farben,

flüstertest du uns, leise in weichen Tönen,

von lauer Wärme, jeder Tag in sich ein Vers.

 

Auf Wiedersehen, laue Ruhe der Stille,  

erfüllt von Schweigen, in betörender Weise,  

unterhieltest du, versprachst uns eine Reise,  

      und entführtest uns; welch’ Trunkenheit der Sinne! 

 

      Auf Wiedersehen, ach Sinfonie des Lebens!

Es folgt die Sehnsucht, eines freudigen Strebens.  

Bleibt noch die Erinnerung- nach dem Geschehen,  

 

      an’s gehauchte Orchester- spielte seichte Luft.   

      Auf leerer Bühne, vergangen der sanfte Duft.     

Gezwitscherte Arie: Auf Wiedersehen.

(c) SG

Ikarus

 

 Eben noch, riechen inhalierend,

die Schwefelluft,

mit genießender Fratze,

Hoch. Selbstgebaute, wächserne Spähtürme.

Vorbei:

scheppernd fallen sie herunter,

stürzen, die Münder klaffend.

Irritiert überrascht.

(c) SG

 

Sirenengesang

   

Segel mit mir raus,

hinaus auf’s weite Meer,

und um uns ist nichts,

und doch nichts, was nicht wär’.

 

Das Steuer von Beginn an unbemannt,

nur die Wogen, die uns lenken,

und tausend Glühwürmchen ins Meer verbannt,

uns zwinkernd Leichtigkeit zu schenken.

 

Und wenn die See sich letztlich,

unter’m Himmel zur Ruhe bettet,

singe ich dir stumm vom Meer,

und es ist, als ob nichts wär’.

(c) SG

Stummfilm

 

Gläserner Kubus, Zuhause,

für einsame Ideen,

mit Aussicht auf das Leben,

inmitten leerer Wände,

eingesperrt und dazu verdammt,

einen Stummfilm zu sehen,

Wartend.

Und bereit:

den Bildern ihre Stimme zu leihen. 

(c) SG

 

 

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