Die Künstlerin

 

Wer keinen Mut zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Kämpfen...

so das Lebensmotto von Margarete.

Geboren in Zwiefalten (Baden-Württemberg), studierte sie in Stuttgart an der Modefachschule und an der Staatl. Kunstakademie. 

Später Werbegrafik an der Kunsthochschule Zürich.

 

Inspiriert durch die herbe ursprüngliche Landschaft, Meer, Strand Wald und Berge, 

angeregt durch das Spannungsverhältnis zwischen Elementen und Farben, 

Ruhe und Dynamik, entstehen Bilder einer enormen Intensität und Vitalität.

Ihr Stil ist gekennzeichnet durch kräftige impressionistische Farbgebung, 

dynamischer Ausdruck und harmonisch sinnlicher Empfindung.

Meine Bilder sind Gedanken, Träume, Visionen;
Ausdruck der Seele...
Man muss sie nicht in Worte fassen.

 

Das geheimnisvolle Bild

 

Von Margarete

Nach all den Jahren des Schweigens…

gewidmet meinem Sohn M.-A.

 

Ich danke Allen, die in dieser Geschichte vorkommen,

denn ohne sie…. gäbe es das Bild, das Geheimnis und die

Geschichte nicht.

 

Auch möchte ich niemand, der sich angesprochen fühlt

in dieser Geschichte beleidigen.

 

Ria lag im Liegestuhl an der Sonne und lächelte vor sich hin.

Ria: eine Frau in den besten Jahren, Kunstmalerin und allem schönen zugetan, schlank ,blond, mittelmeer blaue Augen, noch braungebrannt von der Sonne Afrikas.

Hier in einem kleinen Land in Afrika fing alles an….oder doch nicht?

 

 

Ria, die Malerin, lässt ihre Gedanken in die Vergangenheit schweifen und lächelt glücklich, zufrieden vor sich hin.

 

Vielleicht fing ja doch alles in Paris an.

Paul, ihr einziger Sohn, liebt Anne, beide leben und lieben Paris.

Anne hat nun endlich eine nette Wohnung gefunden, was sehr schwer in Paris ist, Paul hilft ihr beim Umzug, von den Eltern raus…nun endlich das eigene Nest für beide.

 

Nachdem die Wohnung fast fertig eingerichtet war, schauten sie noch mal im Keller von den Eltern nach, was sie noch gebrauchen könnten für den neuen Hausstand.

Anne ging durchs Gerümpel im Keller, das sich seit Jahren dort von den Eltern angesammelt hatte.

Sie blieb wie hypnotisiert stehen und sagte zu Paul…schau ein Bild, schau es dir mal an.

Nachdem Paul mit dem Lappen über das Bild fuhr…war er still…konnte es nicht glauben…verstand nichts mehr….das ist die Signatur von meiner Mutter, rief er.

 

Er fand weiter keine Worte…aber das Bild gefiel den Beiden , sie nahmen es mit in die neue Wohnung.

Anne meinte, ruf sofort mal deine Mutter an und frage sie, wie, warum, wieso, ist ein Bild von deiner Mutter, bei meinen Eltern im Keller in Paris.

Paul zögerte…na ja ok…mache ich dann mal, wenn ich sie am Telfon habe oder am Pc treffe.

Den beiden gefiel das Bild sehr gut und sie nahmen es in die neue Wohnung mit.

 

 

Paul sandte seiner Mutter ein Foto von der Wohnung, wie nett sie es nun haben und auch ein Foto von dem Bild.

 

Als Paul sich mit Ria am Pc unterhielt fragte er gleich „ du kennst das Bild … erzähl mir was hat er auf sich, wie kommt das in den Keller zu den Eltern von Anne, in Paris.

 

Ria musste grinsen und dachte an schöne vergessene, nein verdrängte Träume zurück.

 

 

Sie sagte zu Paul, es ist das geheimnisvolle Bild, ich werde Dir mal die ganze Geschichte

erzählen.

Aber du kannst auch mal die Eltern fragen von Anne, wie das dort in Keller kam.

Vielleicht ist das Bild gar nicht mehr schön, oder in einem guten Zustand….es ist sicher nur interessant weil es ein Geheimnis birgt.

Anne fragte natürlich erst mal ihren Vater…wie kommt das Bild in den Keller von euch? Wo hast du das her? Es trägt die Signatur von Paul´s Mutter….kennst du sie?

 

Kleine Erklärung:

Anne´s Vater stammt aus dem selben Land in Afrika, in dem Ria lebt und arbeitet.

Anne´s Mutter ist eine echte Parisienne.

Natürlich konnte ihr Vater schon fast ihre Gedanken lesen oder ahnen…..er sagte nur , so wie du denkst , war es nicht….

und fing an zu erzählen:

 

Als ich noch in meiner Heimat lebte und arbeitete, kannte ich auch Ria, die Malerin, sie kam

 

Öfters mal in mein Büro und brauchte technische Unterstützung,

oder mal eine Wendeltreppe für ihr Haus…du weißt ja ich habe damals die technischen Zeichnungen gemacht, die dann bei uns im Werk auch gearbeitet wurden.

 

Nun Anne verstand das wohl alles, aber immer noch nicht warum dann ihr Vater das Bild hatte.

Je mehr Ria nachdachte, je mehr stelle sie fest, dass das Geheimnis nicht in Paris sondern in Afrika lag.

 

Vor langer Zeit fast 30 Jahren, in den kleinen Land in Afrika, begann wohl alles.

Ria und ihr Mann waren gerade mal ein paar Jahre in Afrika.

Ihr Mann, ein Managertyp…hart im Geschäft, stressiger Job….hatte einen Ausrutscher …Affäre… …typisch…bequem….kurz…egal….aber das gab einen Riss ihere Beziehung, der nicht so schnell zu kitten war.

So ein Riss muss wieder langsam zusammen wachsen.

Als Ria dahinter kam und wirklich alles herausgefunden hatte, sie das aber nie bestätigt oder -

eingestanden bekam…. tat ihr das sehr weh.

Er hat es wohl verdrängt, vergessen, da sie dieses Thema nie mehr ansprachen.

 

In dieser Zeit fühlte Ria sich natürlich sehr verletzt und einsam, vor allem einsam an Gefühlen und Zuneigung…..

Und genau da fing sie wieder an, was ich gelernt hatte…das malen.

Sie wollte einfach ausdrücken was sie bewegt, ihre Gefühle in Form

 

und Farbe auf die Leinwand zu bringen.

Etwas eigenes schaffen,

anerkannt werden,

Bestätigung erhalten,

all das fehlte ihr wohl sehr in der schweren Zeit.

 

In verschiedenen Städten und Galerien stellte sie ihre Bilder aus, lernte nette Leute kennen.

So auch einen Maler, mit dem sie sich einfach gut unterhalten konnte.

Über Gott und die Welt zu reden , wie man so schön sagt, aber es war wirklich so, schön über Träume,

 

Gefühle, Einstellungen zu reden und fest zu stellen, dass es jemand gibt, der auch so denkt und fühlt.

Das gab ihr sehr viel Kraft in ihrer Ehe, was ihr Mann….so hoffe ich im nach hinein verstehen wird.

Es ging nicht um Sex, es war keine Bindung zwischen ihnen, es war einfach nur den anderen verstehen

eine Art Seelenverwandtschaft… die es bei Krebsen (Sternzeichen) wohl gern gibt.

Durch ihre Arbeit war sie nun anerkannt, angesehen,

sie hatte etwas geleistet….und das tat ihr sehr gut.

 

Der Maler ging dann ins Ausland um dort zu arbeiten.

Er wollte weg, hatte Angst sich in Ria zu verlieben und wollte ihre Ehe und ihre Gefühle , die sie ja immer für meinen Mann hatte, nicht durch einander bringen.

Sie hatten sich versprochen,

dass jeder vom anderen ein Bild bekommen sollte. Einfach als Andenken an die angenehmen, schöne Zeit und Gespräche,

so tauschten sie Bilder aus,

es war das „geheimnisvolle Bild"

 

Über 10 Jahre haben sie sich nicht mehr gesehen, auch nie etwas von anderen gehört…jeder hatte seine Familie zu der er gehörte .

Aber wenn sie sich durch Zufall mal sehen oder begegnen, ist das Gefühl der Seelenverwandtschaft sofort wieder da… ohne, dass sie reden,

das glitzern in den Augen ist geblieben.

Paul ist erwachsen, lebt und arbeite in Paris und findet dort das Bild…ist es Zufall…Schicksal…oder…………

 

 

Wie das nun genau vor sich ging, kann Ria nur mit ihrer Phantasie weiter nachvollziehen,

da niemand je

über dieses Bild sprach.

 

Ria´s Seelenfreund, der ja im Ausland arbeiten wollte, lies alles zurück , auch das Bild.

Sein Bruder, ein Typ, der nie Geld hatte, sah die Chance das Bild zu Geld zu machen und an den Vater von Anne zu verkaufen,

da er im selben Betrieb gearbeitet hat, wie Anne´s Vater.

 

 

Ob nun Anne´s Vater die Signatur erkannte, das Bild schön fand, oder ihm der Anbieter des Bildes leid tat und er einen gefallen durch den Kauf machen wollte…

das alles weiss Ria nicht.

 

Ria hat sich nie um die genauen Umstände des Bildes gekümmert.

 

Der Kreis hat sich geschlossen…

das Bild ist wieder in der Familie wo es hin gehört.

 

 

Nun hofft Ria, für alle, die das Bild in Besitz haben

oder je haben werden,

dass es Glück und Zufriedenheit bringt,

nach der langen Reise durch Kontinente…..

der Geheimnise.

gedruckt.

gescannt,

geschrieben,

 

Herbst 2005

 

Margarete

(c) copyright by Margarete

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