
(c) Margret Küllmar
Vita
Ich kam im Juni 1950 zur Welt und wuchs zusammen mit
meiner Schwester auf einem Bauernhof in Böhne,
Kreis Waldeck, in Nordhessen
auf. Nach der Schule machte ich eine Ausbildung in der Hauswirtschaft,
ein paar
Jahre später die Prüfung zur Meisterin der ländlichen Hauswirtschaft und zu
guter Letzt eine Weiterbildung
zur Fachlehrerin für ernährungswirtschaftliche
Berufe.
Das bin ich nun seit über dreißig Jahren, ich unterrichte an einer
Berufsschule.
Aber der Mensch lernt ja nie aus und so mache ich in vielerlei
Hinsicht täglich neue Erfahrungen.
Und die nutze ich seit einigen Jahren
schamlos zum Schreiben von Kurzgeschichten und Gedichten aus.
Ja und nun ist im November 2008 daraus mein erstes Buch
entstanden.
Es heißt Für den kleinen Hunger zwischendurch, herausgegeben wird
es von Janine Hierreth vom Hierrethverlag.
Es beinhaltet 50 Gedichte zu Themen,
die mir liegen und wichtig sind – Humor, Liebe zur Natur,
Gedanken zu
ernsteren Themen.
Außerdem sind meine Gedichte und Geschichten in
zahlreichen Anthologien vertreten.
Hier eine kleine Leseprobe.
Wirklich – wahr?!
Mensch – unbelehrbar.
Klima
– wandelbar!
Sonne – wunderbar?
Erwärmung – messbar.
Sturm - spürbar!
Wetter – beeinflussbar?
Katastrophe – abwendbar??
Welt – unzerstörbar???
Dieser Beitrag erscheint im Dezember 2008 in Polkappen
– die letzte Scholle, in Papierfresserchens MTM Verlag.
Erwähnen möchte ich noch, dass ich inzwischen, zusammen
mit meinem Mann,
in einem alten Fachwerkhaus in einem Dorf bei Fritzlar lebe,
einen großen Garten habe und mich,
zusammen mir anderen, um die Belange der dörflichen
Gemeinschaft kümmere.
Zum Schreiben hätte ich eigentlich keine Zeit, aber es
macht mir eine Menge Spaß!
Dunst macht sich breit auf Wäldern und Wiesen,
alles will die letzten Strahlen der Sonne genießen.
Sie scheint auf braune Felder und laubleere Bäume,
letzte verwelkte Winden umspannen die Zäune.
Einige Wespen fliegen ihre letzen Runden,
eine Katze sonnt sich, dann ist sie verschwunden.
Drei alte Frauen, auf ihre Rollatoren gestützt,
diskutieren ob Wolle gegen Rheuma was nützt.
Andere schmücken Gräber zum Gedenken der Toten,
Kraniche ziehen gen Süden - Winterboten.
(c)Margret Küllmar
Störungen
Es
war am Samstag gegen acht,
da
ist der Manfred aufgewacht,
er
gähnt genüsslich, denkt dabei:
„Heut
geht’s mir gut, heut hab ich frei.“
Neben
ihm schläft sanft Brunhilde,
früher
war sie eine wirklich wilde,
bei
ihrem Anblick kommt sein Puls in Schwung,
obgleich,
sie sind beide nicht mehr jung.
Er
denkt: „Ein wenig kuscheln wäre gut.“
Doch
unten auf der Straße macht’s: „Tut tut.“
„Ich
bringe Heizöl“, ruft ein Mann,
Manfred
schreit: „Fangen sie beim Nachbarn an.“
Er
kriecht zurück ins warme Bett
und
denkt: „Ein wenig kuscheln wäre nett.“
Doch
unten auf dem Hofe da macht’s: „Wau wau.“
Manfred
schreit: „Lumpi, hör auf mit dem Radau.“
Er
eilt ins warme Bett zurück
und
denkt: „Ein wenig kuscheln brächte Glück.“
Doch
an der Haustür macht die Post: „Bimbam.“
Manfred
schreit: „Da ist ein Briefkasten dran.“
Er
legt sich noch einmal in die Kissen
und
denkt: „Kuscheln, das möchte ich nicht missen“:
Doch
sein Telefon macht: „Klingeling.“
Manfred
schreit: „Du fehltest noch, du dummes Ding.“
Sein
Puls ist jetzt auf hundertzehn,
er
denkt: „Ich muss mal nach Brunhilde sehen.“
Nicht,
weil er noch mit ihr kuscheln will,
nein,
er hat Angst sein Herz steht still.
Brunhilde
sagt: „Mein lieber Mann,
ich
richte jetzt ein gutes Frühstück an,
denk
daran, dass du nicht mehr der Jüngste bist
und
Essen die Erotik des Alters ist.“
Margret
Küllmar
Email: margret.kuellmar@t-online.de