Was
mich dazu bewegt hat, diesen Roman zu schreiben:
Wenn
ich die Zeitungen aufschlage, den Fernseher einschalte, Radio höre
oder
ganz einfach nur mit offenen Augen und Ohren durch den Alltag gehe,
möchte
ich mich an manchen Tagen am liebsten verstecken, genau, wie ich
mich
als Kind in meiner selbstgebauten Höhle versteckt habe. Gewalt gegen
Kinder
ist ein Thema, das jeden aufrütteln sollte. Mich machen solche Tatsachen
einfach nur
wütend …, wütend und gleichzeitig hilflos, weil es nicht
in
meiner Macht liegt, solche Dinge zu verhindern. Ich höre oft den Satz
„Angst
ist eine Geißel der Gesellschaft.“ Das klingt so banal und sagt nichts
über
die Angst misshandelter Kinder und Erwachsener aus, die oft ihr ganzes Leben
lang
nicht
in der Lage sind ihren Alltag ohne Psychopharmaka zu bewältigen. Ich kenne
Leute,
die solche Angst hatten, dass sie jahrelang kaum in der Lage waren ihr Haus zu
verlassen
und deshalb ein ziemlich isoliertes Leben führen, Leute, die immer wieder
monatelange
Klinikaufenthalte über sich ergehen lassen müssen, wegen Magersucht,
Depressionen
…, die durch Missbrauch und Gewalt entstanden sind. Die Tatsache, dass
Triebtäter
nicht wirklich zur Verantwortung gezogen werden, weil sie eine „schwere
Kindheit“
hatten, führt dazu, dass die Opfer- und Täterrollen permanent vertauscht
werden.
Was für den Täter ein FREIBRIEF ist, bedeutet für die Opfer
LEBENSLÄNGLICH.

Nun,
ich bin aus meiner selbstgebauten Höhle herausgekrabbelt und laufe mit offenen
Sinnen
durchs Leben. Die Tatsache, dass ich einen Roman geschrieben habe, kann
solche
Dinge wie Missbrauch zwar nicht verhindern. Aber sie spricht Menschen an, die
ähnliche
Erfahrungen gemacht haben und gibt ihnen das Gefühl, dass sie mit ihren
Ängsten
nicht alleine dastehen. In diesem Sinne wünsche ich diesen Menschen viel Mut
und
viel Kraft, denn jeder Schritt sich der Wahrheit zu öffnen, ist ein Schritt
heraus aus
der
Dunkelheit.

Buchkarte:
"Im
Schatten der Moral" handelt aus dem Leben eines jungen Mädchens, das vor
ihrer durch Gewalt und Intrigen geprägten Vergangenheit flüchtet; dabei gerät
sie in einen Strudel der Angst, dem sie mit Drogen zu entkommen sucht.
Das
Buch beschreibt die tiefen Abgründe einer Gesellschaft, in der man das genaue
Hinsehen und Hinfühlen verlernt hat und seine eigenen Ängste und Zweifel
hinter einer sonnigen Fassade verbirgt. Jennifer, die Protagonistin des Romans,
verkörpert das Wesen eines jungen Mädchens, das sich trotz Angst und
Verzweiflung, und allen Hindernissen zum Trotz, ihren Weg aus der Drogensucht
und Unterdrückung bahnt. Sehr gefühlvoll, und trotz der Ernsthaftigkeit der
Problematik mit einer Prise Humor behaftet, führt sie den Leser durch alle Höhen
und Tiefen einer bewegten Kindheit bis ins Erwachsenenalter, in dem sie schließlich,
nach einer gescheiterten Ehe und mehreren Therapien, ihrer ersten wahren Liebe
begegnet.

Ute
Madeleine Hille, geboren 1962, lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in
Berlin. Sie arbeitet als Autorin. Einen Teil ihrer Freizeit verbringt sie mit künstlerischen
Tätigkeiten, u.a. Gedichte und Malerei.