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Es ist alles in dir...
Sag
mir, was kannst du sehen
wenn
deine Augen geschlossen sind
und
nur ein leichter Wind
sein
Licht, sein Grün mit dir teilt – kurz verweilt
Sag
mir, was kannst du spüren
wenn
deine Haut aufgeraut nach einem langen Tag
nach
Wasser lechzt
und
die winzigen, in sich geschlossenen Tropfen
sich
darbieten dir zum Geschenk – eingedenk, dass nichts verloren ist
Sag
mir, was kannst du hören
wenn
deine Sinne sich der Stille verschreiben
und
eine Empfindung Wort genug ist – vermisst wird kein Ton
Sag
mir, was kannst du berühren
wenn
deine Hände es nicht sind, die danach greifen
dein
Herz, ein See aus Licht
und
deine Seele ein Kameliengarten – ein Blühen und Vergehen
ein
Wachsen und Bestehen
ein
ewiges Sein...
(c) Ina May
***
Himmelsgut
Es
regnet... die Tropfen – sind sie hohl, oder bis zum Rand angefüllt?
Auf
der Haut zerplatzen sie, hinterlassen, was sie ausmacht.
Nass.
Ein kleines bisschen davon.
Kinder
starren zum Himmel hinauf, bergauf, den Kopf im Genick,
um
zu sehen, woher sie kommen, und wie viele es sein werden.
Kühl
trifft er auf, der winzige Klecks
wo
immer man ihn lässt.
Ärger
oder Behagen, alles ist drin, und keiner vermag es genauer zu sagen.
Ein
Tropfen trägt sich leicht, er erreicht sein Ziel im Nu,
doch
was, wenn es viele werden und immer mehr?
Was,
wenn sie fallen und fallen und fallen?
Niemand
kann sie aufhalten, niemand sie lenken.
Was
sie dem Einen schenken, das nehmen sie dem Nächsten.
Und
mit einem Mal, ganz plötzlich... ist alles vorbei.
War
es genug? Wann wird es wieder geschehen?
Und wo werden wir gerade sein – beim nächsten Mal, beim nächsten Fall?
(c) Ina May
***
Sein Kampf
Ein
fetter Frosch im Tümpel,
und
nichts so simpel wie es scheint.
Er
strampelt wild im Kreis herum – sei´s drum,
denn
er entkommt den Wellen nicht.
Zu
viele Fliegen in zu vielen Kriegen,
gerne
würde er jetzt an einem feinen Strande liegen,
doch
das Wasser kann man nicht besiegen.
Sein
lahmes Bein pocht ungemein,
es
schmerzt schon seit dem letzten langen Kampf,
der
Storch machte Schnapp, aber nicht Mampf
und
musste schließlich Leine ziehen,
nach
all den vergeblichen Mühen.
Langsam
wird der Atem leiser
und
die Beinchen immer greiser,
Schwäche
stimmt den Dicken traurig,
sterben
findet er so schaurig,
kann
doch nichts dagegen tun,
möchte
sich nur ein bisschen ausruhn´.
Der
Frosch, schlaff hängt er irgendwann in dem Teiche,
ist nur mehr eine fette Leiche.
(c) Ina May
***
Leben...
wie?
Wo befindet sich der Mittelpunkt der
Welt? –
Wer hat diesen üblen Film bestellt?
Meine Reise, sie begann... wie der
Vorspann, der alles sagt und nichts verrät; an diesem Punkt ist es selten schon
zu spät.
Aber was ist mit der Gewalt? – Und
Halt! ...Müssen wir denn alles wissen?
Ängste sind vorhanden und doch
gewanden wir sie stets chic,
um die ersten Wehen möglichst zu übersehen,
und wenn nicht das, dann – um sie
wenigstens heil zu überstehen.
Weit von sich geschoben, sind die
Dinge nur mehr Ameisen, und diese haben sich ohnehin noch nie erhoben.
Da steht man dann, im Sinn wie einst
alles begann.
Helden werden wir wohl keine mehr,
und bemüht haben wir uns darum auch
nicht sehr.
Der Epilog wird uns wahrscheinlich
niederschmettern,
wird uns eines Tages kalt erwischen;
dann liegen wir auf blanken Brettern
mit einem Kissen im Nacken
und gefalteten Händen – ach, wäre doch noch einmal Sommer,
warmer Sand an einem schönen Strand, Sehnsucht im Herzen und alle Zeit der Welt, um die eigenen Fehler auszumerzen.
(c) Ina May
***
Des Herbstes Spuren
Flüchtende
Blätter, die sich neigen,
in
einstudiert wirkendem Reigen;
satte,
durchscheinende Wassertropfen,
von hängenden
Ästen gerade noch getragen,
als wären
sie allesamt maßlos überladen.
Bunt
und doch manches Mal grau,
ist
er, der von sich glaubt, er sei wandelbar wie der prächtigste Pfau.
Beraubt
sind sie, die edlen Herrscher der grünen
Maßlosigkeit,
nehmen
ihr Sein zurück, Stück für Stück.
Was
bleibt ist die leere Hülle des blanken Lebens,
in der
man derweil vergebens sucht nach einem Zeichen der Auferstehung.
Eine
Wiederkehr jedoch ist nicht auszuschließen,
weil
die Neugier auf etwas Neues
und
doch alt bekanntes und lange entbehrtes,
sie
endlich dazu treibt, erneut des Kaisers Kleider anzulegen-
und nichts ist pure Illusion.
(c) Ina May
***
Die
helle Leichtigkeit des Seins
Leben,
um zu sterben;
jeden
Tag, sich hervorgewagt, in durchscheinendem Gewand,
ihre
Gestalt - unbekannt.
Gebrochene
Strahlen einer verblassenden Kraft,
rotgoldener
Glanz,
vereinnahmt
ganz den Horizont;
zum
Untergang bestimmt,
sie
ihrem Schicksal keinen Tag entrinnt.
In
ihrer stummen Gegenwart,
sind
alle Geräusche gedämpft und weich;
zart
verschwommene Konturen,
reich
verzierte Schattenbilder,
sind
sie am Ausgang des Tages milder.
Unbewegliches
Staunen, süße Wärme aus dem Nichts;
schwerelos
und daunenleicht,
durchbricht
ihr kopfloses Haupt die Gesetze der trägen Masse.
An
keine Norm gebunden, die unstete Form.
Beschwingt
der rastlose Ball,
alles
Leben durchdringt, haltlos in ihm versinkt.
Ihr
Sinn und Zweck begleitet die Welt auf ihrem Gang durch die Zeit;
verweilt,
wo es gerade beliebt.
Am
Ende ihrer Runde angelangt,
allmählich
verschwindend,
weicht
sie dem kühlen Kameraden,
bleibt
nur zu sagen, sie sind einander verbunden im Licht.
Zurück
bleibt nur der Hauch eines Bildes,
eingebrannt
in den Verstand;
jedoch
an jedem neuen Morgen,
sich
auflösend gleich Spuren im Sand.
Die
Lider geschlossen, gewacht, nicht geträumt;
die
Nacht mit beiden Armen umfangen,
keine Sekunde des Tages versäumt.
(c) Ina May
***