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Kurzvita
u.a. Romanwoche, Glücksrevue, Bella, Meyers Modeblatt (Schweiz) oder Granatapfel (Österreich), um nur einige zu nennen. Im Lauf der Jahre erste Versuche mit Krimis und Lovestorys, die ebenfalls veröffentlicht wurden.
Seit Anfang 2000 immer wieder Arbeiten zu allen Genres.
Ziel bleibt natürlich eine Buchveröffentlichung, an der ich noch arbeite.
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Bleibt
die Flimmerkiste aus ...
Dass wir ein Volk der Glotz und Bildschirmfreaks
sind, ist hinlänglich bekannt. Es gibt mittlerweile wohl kaum mehr einen
Haushalt, in dem nicht in irgendeiner Ecke so ein Gerät flimmert, sei es in
schwarzweiß oder, und das dürfte die Mehrzahl sein, in Farbe mit Stereoton,
Fernbedienung und was es da sonst noch an Extras auf dem Markt gibt. Das
Fernsehprogramm bestimmt unseren Alltag, den Stundenplan, die Familienfeste oder
die –kräche. Wer lässt z.B. schon eine Tennisübertragung mit B.B. oder eine
Sportschau aus? Die Folgen wären nicht abzusehen! Und doch soll es schon
vorgekommen sein, dass es eine bundesdeutsche Familie fertig gebracht hat, fast
einen ganzen Abend lang ohne die Unterhaltung via Bildschirm auszukommen.
Unser Farbfernseher hatte schon seine neun Jahre auf
dem Buckel, die Blautöne waren daher schon entsprechend matt und auch die
Fernbedienung, ein vorsintflutliches Gerät mit überdimensionalen Druckknöpfen,
war nicht mehr die frischeste. Es sollte daher nicht überraschen, wenn die
Mattscheibe eines schönen Tages dunkel bleibt. Und dennoch ist man als
routinierter und begeisterter TV-Konsument völlig unvorbereitet, wenn einen die
Technik im Stich lässt. So erging es auch meiner Gattin und mir.
Es war Dienstagabend und, der Fernsehprofi weiß das
selbstverständlich, „Dallas“ war angesagt. Ich betätigte das kleine Kästchen,
aber es tat sich nichts. Die Flimmerkiste blieb dunkel; keine leiser Summton,
der ankündigte, dass das Bild gleich kommen musste. Meine Frau zeigte
postwendend erste Anzeichen von Nervosität, sollte doch an diesem Tag der
Revolverschütze überführt werden, der es gewagt hat, auf den engelsgleichen
Bobby zu schießen!
„Vielleicht ist die Fernbedienung kaputt!“
meinte mein Eheweib angesichts der vergeblich Tastendrückerei; ein
naheliegender Gedanke.
Ich rappelte mich auf und ging zum Fernsehgerät, um
es dort noch mal zu versuchen, aber auch hier hatte ich kein Glück. Ungewohnte
Stille machte sich im Wohnzimmer breit, ein Umstand, der vielen sicher ganz
angenehm wäre, uns aber eher noch mehr verunsicherte. Was konnte man tun?
Schließlich bin ich kein Fernsehtechniker, wie ich überhaupt handwerklich noch
nie sehr geschickt war. Eine Reifenpanne beispielsweise würde mich vor schier
unlösbare Probleme stellen.
Die Nervosität meiner Gattin verstärkte sich, die
kleinen kreisrunden Flecken im Gesicht waren ein deutliches Indiz hierfür.
„Dass du in handwerklichen Dangen aber auch so
ungeschickt sein musst!“ schleuderte sie mir entgegen. Eine Bemerkung, die
ebenso zutreffend wie überflüssig war. Dadurch würde der verdammte
Mistkasten, Verzeihung, auch nicht wieder funktionieren.
Die Glasschale mit den Erdnüssen auf dem Couchtisch
war noch unberührt. Eine Tatsache, die vielleicht auf ernährungsbewusstes
Leben schließen ließ oder, und das war viel wahrscheinlicher, auf eine
technische Katastrophe.
„Wir hätten unser altes Schwarzweißgerät im
vorigen Jahr nicht auf den Sperrmüll werfen sollen. Nach dazu, wo es voll
funktionsfähig war. Aber du hast es ja mal wieder besser gewusst, wie immer!“
In solchen Augenblicken durchfährt mich immer ein wohliges Gefühl. Es ist doch
gut zu wissen, dass man i kritischen Situationen nicht alleine ist und der
Partner mit Verständnis und guten Ratschlägen zur Seite steht. Wie recht meine
Gattin doch hatte, nur habe ich leider nicht auf sie gehört.
Es war genau 21.30 Uhr und in fünfzehn Minuten, der
interessierte Zuschauer weiß es ohnehin, sollte „Dallas“ beginnen. Nicht
auszudenken, welch katastrophale Folgen unsere defekte Röhre auf die
Einschaltquoten haben könnte!
Ich stand immer noch mehr oder weniger ratlos vor
dem Kasten, der augenscheinlich eine Ehekrise allererster Ordnung
heraufbeschwor. Dabei harmonierten wir in den letzten Jahren immer so
hervorragend. Nichts, so schien es, könnte unsere Partnerschaft aus dem
Gleichgewicht bringen. Wenn ich die „Sportschau“ verfolgte, hatte meine
Gattin in der Küche zu tun, bei „Wetten, dass ...“ wiederum war sie nicht
von der Glotze wegzubekommen, und ich ging ins Gasthaus. Kurz, eine perfekt
abgestimmte Ehe, in der jeder auf den anderen Rücksicht nahm. Sollte das alles
durch ein Fernsehgerät zerstört werden?
In meiner Verzweiflung betätigte ich noch ein
letztes Mal die Fernbedienung. Träumte ich etwa? Ein vertrautes Rauschen und
Summen drang an meine Ohren. Der Fernsehabend und unsere Ehe waren gerettet!
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Laufen
ist ja so gesund
Kürzlich
haben wir uns einen Videofilm angesehen, meine Frau und ich. Aus dem Jahr 1987.
Unser erster Urlaub in Jesolo.
"Da
warst du aber noch schlank", bemerkte sie nebenbei. Ich sah prüfend an mir
herunter. Der Bauchansatz ist seitdem in der Tat ein Stück nach oben gerückt.
Ein großes Stück, um genau zu sein. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich 1987 überhaupt
keinen Bauch. Aber da habe ich auch noch mit Begeisterung Tennis gespielt und
bin regelmäßig gelaufen! Ich wog 75 Kilogramm, hatte keinen Bluthochdruck, der
Cholesterinspiegel war optimal und wie man das Wort
"Bandscheibenschaden" buchstabiert, war mir völlig unbekannt.
Das
ist heute anders. Mittlerweile bringe ich 93 Kilogramm auf die Waage. Tendenz
steigend. Der Blutdruck ist zu hoch, der Cholesterinspiegel wahrscheinlich auch.
Und die Liste meiner größeren und kleineren Wehwehchen liest sich wie der
Pschyrembel eines angehenden Assistenzarztes: "Ausgeprägte Irritation der
Wurzel S1 links bei Prolaps L5/S1 bei Chondrosen im Segment L5/S1." So hört
sich das an, wenn mein Orthopäde mit mir spricht. Und das macht er regelmäßig
alle drei Monate. Leider bleibt es nicht beim Sprechen, weil mir buchstäblich
alle Knochen im Leib wehtun. Er quält mich dann gerne mit seinen biologischen
Aufbauspitzen. Das freut meinen Orthopäden, denn ich bin Privatpatient. Mich
freut es auch, aber nur kurz. So eine kleine Spritze hält ja auch nicht lange
vor. Im letzten Befund stand außerdem ein Satz, der mich sehr nachdenklich
gemacht hat: "Die Bauchmuskulatur ist deutlich suboptimal." Im
Klartext heißt das, dass ich zu fett bin.
Im
Büro sehen mich die Kolleginnen ebenfalls schon so merkwürdig an. Eine Weile
habe ich versucht, die Blicke zu ignorieren. Mittlerweile fühle ich mich
verfolgt, ja gemobbt. Und das nur, weil meine Bauchmuskulatur suboptimal ist.
Vor ein paar Tagen hat mich Frau Strobl, eine Kollegin, nach meinem
"BMI" gefragt. Ich hielt das bislang für eine Abkürzung der
"Bayerische Milchindustrie" oder der "Bundesminister des
Innern". Frau Strobl hat mich natürlich belehrt. Klar, sie ist ja seit
Jahren Mitglied in einem Fitnessclub. Genau wie Doris, ebenfalls eine Kollegin.
Wir sind alle um die 40 Jahre alt. Aber ich bin der einzige mit einer
suboptimalen Bauchmuskulatur. Doch zurück zum "BMI". Das wäre der so
genannte "Body-Mass-Index", ließ ich mich belehren. Er gilt als Maßstab
für die Bestimmung des Normalgewichts. Bei Männern sollte er zwischen 20 und
25 liegen. Mein BMI beträgt dagegen stolze 29,35. Dabei habe ich noch Glück,
denn erst ab einem Wert von 30 spricht man von Adipositas, also krankhaftem Übergewicht.
"Sie
sollten Sport treiben", riet mir Frau Strobl. Ein bisschen Fitnesstraining
oder Jogging wäre optimal, meinte sie. Natürlich regelmäßig, sonst bringt es
nichts.
Überhaupt
entwickelten sich die Kaffeepausen mehr und mehr zu einer Art Workshop in Sachen
Fitness. Acht Frauen und ein Mann gegen mich. Gudrun erzählte mir ganz
begeistert von einem Vortrag eines gewissen Dr. Ulrich Strunz, noch so ein
Fitnesspapst. Er stehe für das Laufen über den Vorderfuß, erklärte mir
Gudrun begeistert. Das schone die Bänder und die Gelenke.
Und
genau das wäre der Grund, weshalb ich gänzlich auf das Laufen verzichte, denn
nur so brauche ich einen Bänderriss oder ähnliches bestimmt nicht zu befürchten,
antwortete ich. Dieser Machospruch brachte mir jedoch nur erboste Blicke meiner
Kollegenschaft ein.
Da
ich diesem Psychostress einfach nicht mehr länger gewachsen war, erklärte ich
mich schließlich bereit, es einmal mit dem Laufen zu versuchen.
Letzte
Woche war es nun soweit. Mit dem Auto fuhr ich zu einem Wandergebiet in unserer
Nähe. Schließlich sollten sich die Nachbarn nicht über einen übergewichtigen
Herrn kaputtlachen, der behäbig über den Asphalt schleicht. Ich solle es
langsam angehen lassen, rieten mir meine Laufexperten im Büro. So etwa zehn bis
fünfzehn Minuten würden fürs erste vollauf genügen. Ich raffte mich also auf
und verfiel in so eine Art leichter Trab. Ganz langsam, möglichst sparsam in
den Bewegungen. Meine Freizeitschuhe erwiesen sich bereits nach ein paar Metern
als nicht gerade optimal. Keine Dämpfung, kein Fußbett. Doch egal. Ich war
willens, mich durchzukämpfen.
Nach
etwa zweihundert Metern verfiel ich vom gleichmäßigen Atmen ins Keuchen, erste
Schweißperlen hatten schon ein Rinnsal gebildet und bestimmt war mein Blutdruck
längst jenseits der 200er Marke. Laufen ist echt toll!
Plötzlich
kam etwas Schwarzes auf mich zu. Genau konnte ich es auf die Entfernung noch
nicht erkennen, weil mir die Schweißtropfen mittlerweile in Bächen
herunterliefen. Der Punkt entwickelte sich zu einer Art Hund. Als der Punkt zu
bellen anfing, war ich mir sicher. Es war tatsächlich ein Hund. Allerdings war
er so groß, dass man ihn mühelos als Reitpferd hätte einsetzen können. Ich
beschleunigte meine Schritte, soweit mir das noch möglich war. Der Hund, der
von rechts auf mich zusteuerte, erhöhte sein Tempo ebenfalls. Dann, als er zum
Sprung ansetzte, wurde er jäh in seinem Tatendrang gestoppt. Seine Kette, die
ihm zu meinem Glück nur Auslauf bis zur Hofeinfahrt gewährte, hielt ihn zurück.
Wenn ich das geahnt hätte! Ich fiel wieder in leichten Trab zurück. Wie andere
sich dabei auch noch unterhalten können, ist mir ein Rätsel!
Ich
sah an mir herunter. Mein T-Shirt war viel zu eng und der Aufdruck „Laufen ist
gesund“ wirkte wie der blanke Hohn. Die Augen konnte ich nur noch mühsam
offen halten, sie waren vom Schweiß schon ganz verklebt. Mein Herz arbeitete
auf Hochtouren, der Puls raste. Dann gesellte sich auch noch Seitenstechen zu
den anderen Beschwerden. Ein Blick auf die Uhr: ich war gerade mal neun Minuten
unterwegs. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Eine Viertelstunde hatte ich
mir vorgenommen. Das musste doch zu schaffen sein. Aber leider hatte ich meinen
Fitnesszustand überschätzt. Mein Orthopäde hatte leider recht mit seiner
Einschätzung. Nicht nur meine Bauchmuskulatur war suboptimal. Der ganze
verfluchte Körper war alles andere als optimal. Doch bevor ich noch tiefer in
das Tal der Tränen versinken konnte, zuckte ein stechender Schmerz durch meinen
rechten Oberschenkel. Aus, vorbei! Wahrscheinlich eine Zerrung oder ein
Muskelfaserriss. Oder beides! Hoffentlich wird keine Amputation nötig, befürchtete
ich schon.
Doch
zum Glück verschwand der Schmerz sofort, als ich meine Schritte verlangsamte.
Welch großartiges Gefühl. Der Pulsschlag normalisierte sich zusehends und
endlich bekam ich wieder richtig Luft. Einfach herrlich!
Am
nächsten Tag erzählte ich meinen Kolleginnen von den gesammelten Erfahrungen.
Wenn ich auf Verständnis und Mitleid gehofft hatte, musste ich mich eines
Besseren belehren lassen. Ich hätte mir zuviel zugemutet, hätte sicher auch
falsches Schuhwerk benutzt und so weiter und so fort.
„Vielleicht
ist Jogging auch nicht der richtige Sport für Sie“, tröstete mich Frau
Strobl, „ich bringe Ihnen morgen einen Gutschein für ein vierwöchiges
Schnuppertraining in meinem Fitnessclub. Sie müssen nämlich unbedingt etwas für
Ihren BMI
tun.“
Zurzeit überlege ich noch, ob ich meinen Jahresurlaub sofort antrete und für drei Wochen in die Karibik fliege. Aber wenn ich zurück bin, hat Frau Strobl bestimmt eine neue Überraschung für mich parat!
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