
(c) Helga Boban
Helgas wunderbarer, einzigartiger Arbeitsplatz:
das Hohenzollern-Schloss in Sigmaringen
(c) Helga Boban
Daher ihr Pseudonym Schlossfee -
unter diesem Namen veröffentlicht sie auch ihre Gedichte.

(c)Helga Boban
Himmlisch
Gar
himmlisch ist mir heut zu Mute,
umklammerst
Herz mir und den Leib.
Wir
tauchen ein in unsre Liebe
aus
Sehnsucht, nicht zum Zeitvertreib.
Du
steckst mir Blüten in die Haare,
berührst
mich zärtlich wo ich’s mag.
Wir
inhalieren all das Zarte
dieser
Stunde, an diesem Tag.
Sinnlich
wollen Ströme fließen,
Herzen
schlagen im Duett,
Hände
greifen ineinander,
der
Himmel dient als Wolkenbett.
Deine
Haut reibt sich an meiner,
Zärtlichkeit
bricht Knospen auf,
berauscht
von dir und deinem Atem
treib
ich dahin im Sinnenlauf.
Kann
man Glück multiplizieren,
kann
man noch mehr Himmel sehn?
Darf
man so viel Liebe fühlen,
darf
man vor Sinnlichkeit vergehn?
Himmlisch
wähnen wir uns beide,
ein
Sonnensegel schwebt vorbei,
Mond
und Sterne halten Wache
der
Tag, die Nacht gehör’n uns zwei’.
© Schlossfee 24.05.2008
Begehren
Rot
wie die Sünde steh ich vor dir,
auch
mein Haar trägt diesen Ton.
Alles
zeigt dir was ich wünsche,
hebe
mich auf, trag mich davon.
Mein
Körper wölbt sich dir entgegen,
ich
locke dich mit Weibes Pracht.
Denke
nicht nach, spür mein Begehren,
ertrink
mit mir in dieser Nacht.
Der
Mond verzaubert unsere Stunden,
reif
lodert süß die Liebesfrucht.
Es
regnen Blüten von den Sternen -
Amor,
wie hab ich dich gesucht!
Ich
hab die Liebe neu erfunden,
ich
locke sie in meinen Traum.
Wie
ein Wunder kommt sie zu mir,
verführt
mich unterm Zauberbaum.
© Schlossfee 25.05.2008
Eine gute Nacht
Abendmüdes An-sich-Legen,
bei dir ruhen Tag-vollbracht.
Warme Lippen sich berühren,
flüstern leise „Gute Nacht“.
Herber Duft erfüllt die Nase,
Haare kitzeln mein Gesicht,
raue unrasierte Wangen
gleiten kratzend über mich.
Sanftes Zueinanderbiegen,
ich liebzärtle deinen Hals.
Atemvolles Ohr-Vergnügen,
Echo deines Liebeshalls.
Liebevoll ertasten Hände
meine weiße Sahnehaut.
Bitte Nacht, nimm nie ein
Ende.
Mann, du bist mir so vertraut.
© Schlossfee 29.12.2005
Auf Liebesschwingen
Samtblicke suchen ihr Begehren
gleiten über Seidenhaut.
Weiche Lippen sie verzehren
meinen Mund längst blind vertraut.
Mein Kirschkuss wölbt sich dir entgegen,
lockend süße Sommerfrucht.
Fingerspitzen kreisen fragend
um die Quelle in der Bucht.
Honig fließt aus tiefen Nischen,
Feuerwellen lodern heiß.
Lass uns auf roten Schwingen lieben,
nach Perlen tauchen - rosaweiß.
© Schlossfee 30.10.2006

(c)Helga Boban
Klangkörper
Du
greifst mir sachte in die Saiten,
zupfst
und streichst mich kreuz und quer.
Du
liebst alle meine Seiten,
bespielst
mich täglich mehr und mehr.
Meine
Leibung in der Mitte
verwöhnst
du außerordentlich.
Und
du duldest keine Dritte
wir
sind ein Duo – du und ich.
Virtuos
sind deine Hände
wenn
sie streicheln meinen Leib.
Deine
Finger sind behände,
taktvoll
unser Zeitvertreib.
Wie
Gott Amor mit dem Bogen
so
gleitest sanft du über mich.
Und
ich weiß – ganz ungelogen,
dein
schönstes Instrument bin ich.
© Schlossfee 20.02.2006
Morgenstern
Ein
Sternlein kommt auf diese Welt
so
einfach auf Besuch.
Es
seilt sich ab vom Himmelszelt
an
einem Silbertuch.
Es
strandet neben einem See
auf
einem kleinen Hügel.
Sieht
selbst sich einmal aus der Näh’
im
glatten Wasserspiegel.
Ganz
angetan vom eignen Glanz
klatscht
es in seine Hände.
Verführt
voll Freude einen Tanz
gar
lustvoll und behände.
Der
Mond blickt mürrisch auf das Bild
ihm
fehlt das Sternchen oben.
Er
funkelt und er droht bald wild
lässt
Wolkenberge toben.
Sternlein
bemerkt dies alles nicht,
es
ist von sich verzückt.
Es
dreht im hellsten Silberlicht
sich
rundherum beglückt.
Doch
Tanz und Freude sind zuviel.
das
Sternlein blickt schon müde.
Am
Himmel hält es sonst „nur“ still
und
strahlt „bloß“ voller Güte
Drum
stahl es sich vom Firmament
ganz
ohne Urlaubsschein.
Nun
legt es nieder sich und pennt
fast
auf der Stelle ein.
Sein
letzter Blick nach oben geht,
dann
schließt’s die Äugelein.
Sein
Sinn ist sanft und leicht verdreht,
so
schläft’s am Ufer ein.
Kurz
vor dem Morgen schreckt es auf,
ein
Schock geht durch die Zacken.
Der
Himmel ging seinen Verlauf,
Panik
sitzt ihm im „Nacken“.
Es
spurtet hoch zum Himmelszelt
an
seinem Silbertuch.
Blickt
nochmals runter auf die Welt,
vernimmt
schon Mondes Fluch.
Schnell
hängt es sich an seinen Platz
und
strahlt und leuchtet gern.
Da
lacht der Mond und sagt:“ Mein Schatz -
DU
bist mein Morgenstern“
© Schlossfee 20.06.2006
(c)Helga Boban
Traumfänger
Auf
Silberwolken gleitet er
durch
samtig blaue Nächte,
lässt
sacht sich nieder neben dir,
verscheucht
die finstren Mächte.
Sanft
dringt er in dein Traumbild ein -
der
Fänger deiner Träume.
Er
sammelt all dein Düstres ein,
trägt’s
fort auf tote Bäume.
Traumfänger
umzärtelt deinen Traum,
will
deine Seele schützen.
Traumfänger
behütet Zeit und Raum,
bewahrt
vor Tränenpfützen.
Traumfänger
fliegt auch heute Nacht
schlüpft
in Phantasia-Welten,
er
bügelt Trauerfalten fort,
lässt
Ängste nicht mehr gelten.
Er
flutet ein in dein Gehirn,
durchspült
Problemstoffräume,
senkt
Frieden hinter deine Stirn
und
glättet deine Träume.
Traumfänger
ist ein Phänomen,
lebt
nachts an deinem Bette.
In
einem Traum darfst du mal seh’n
Traumfängers
Federkette.
© Schlossfee 27.04.2006
Wo
die Sehnsucht wohnt
Die
Sehnsucht wohnt in verborgenen Gedanken
In grauen
Stunden hinter geschlossenen Schranken
In endlosen
Nächten mit bleischweren Träumen
In den
hinteren Bänken von Klassenräumen
In Kleidern
in die du längst nicht mehr paßt
In jeder
Sekunde da du das Leben vergaßt
In
vergilbten Fotos mit Eselsohren
In den
Kindern die du niemals geboren
In Gräbern
die du so liebevoll pflegst
In
Hoffnungen die du immer noch hegst
In Blumen
– vertrocknet – Erinnerungen
In
Melodienreigen leise verklungen
In
Leinenlaken die in Truhen modern
In
gebrochenen Herzen die weiterhin lodern
In den
Sternen des Himmels Galaxien entfernt
In Büchern
aus denen man Weises gelernt
In Bahnhöfen
mit ihrem Kommen und Gehen
In Augen
die du lang nicht gesehen
In Seelen
mit denen du eng verbunden
In Uhren
die mühsam drehn ihre Runden
In Kirchenbänken
zwischen Gott und dem Licht
In Zellen
in denen kein Mensch mit dir spricht
In
Altersheimen hinter blinden Scheiben
In Gerüchen
die in Erinnerung bleiben
In einem
Meer aus endlos geweinten Tränen
In einem
Atemzug ruht unser Sehnen
In der
lauten Stille schleppt sie sich so schwer
Zwischen
dir und mir – im Pendelverkehr
© Schlossfee 25.01.2006