Kurzvita

Heino Suess, geb. am 25.06.1947, verheiratet, zwei erwachsene Kinder.

Ich wohne schon sehr lange in Bonn, wo ich auch Humanmedizin studiert habe.

Arbeite als Facharzt für Anästhesie in einer Kinderklinik als Narkosearzt.

Schreibe schon, solang ich schreiben kann, Lyrik. An anderem hab´ ich mich noch nicht versucht. 

Ich schreibe zur Stressbewältigung, und weil mir das Dichten große Freude macht. 

Die meisten Texte fallen mir beim Joggen ein, womit dann daraus eine Art Gehirnjogging wird. 

Ich muss mir Vers um Vers merken, um dann zuhause alles niederzuschreiben. 

Manchmal bin ich dabei aber auch buchstäblich der "Verlierer", habe so schon manch schönes Gedicht "verloren".

Meine Hobbies sind neben unserem Garten das Radfahren, am Liebsten Berge, das Wandern und auch das Kochen mit meiner Frau.



Heino Suess Bonn, d. 7.10.2006

Lyrikbeispiele:

 

ach, viel zu kurz


ach, viel zu kurz ist unsres Lebens Zeiten - Flug
für ach, so vieles lebt der Mensch nicht lang genug
wird einst der letzte Atem von dir gehen
haucht er die Frage, ob du alles denn gesehen

wenn sich die letzten Menschheitsfragen lösen
da wärest du so gern dabei gewesen
denn mächtig hast du dich ins Zeug gelegt
doch mächtig wenig hast am Ende du bewegt

du siehst, zu kurz ist deines Lebens Zeiten - Flug
für ach, so vieles lebst du, Mensch, nicht lang genug
wird einst der letzte Atem von dir gehen
haucht der die Botschaft :"noch so vieles muss geschehen!"

© Heino Suess       12/06

Ausblick




so sitzen alle wir auf unsrer Trauer Bank
beklagen unsre grossen Defizite
so viele sind schon fort, aus unsrer Mitte
und ach, so viele von uns sind auch ernsthaft krank

manch Scherzwort, bleibet uns im Halse stecken
manch lustig Lied, das will nicht recht gelingen
wenn wir es aber trotzdem nochmal singen
klingt dumpf sein Echo uns, aus dunklen Ecken

die Sonn´ scheint hell doch, müssen wir bedenken
wir wollten noch so viel für uns entdecken
die Kinder sollten bald uns Enkel schenken

die uns vertrieben Trübsinn, Sorgen, Angst vor Qualen
und uns erhellten diese düstren Stimmungsflecken
dass wir am End´ die Zeche klagloser bezahlen


© Heino Suess 12/06


erreichte Vollkommenheit


ich spür es heute ganz vollkommen
werde nicht mehr für voll genommen
doch mach ich drob gar kein Getöse

ich bin deshalb nämlich nicht böse
n u r wenn ich nicht für voll genommen
fühl ich mich heute ganz vollkommen

© Heino Suess 12/06

Kinder- Freundschaft- Paradies


Freundschaften, die so schön gedeih´n
sind später eher selten
die Kinder wollen glücklich sein
in ihren eig´nen Welten

im Kindergarten sieht man sich
schon lodern hell die Flammen
tritt näher erst ganz zögerlich
und steht dann stets zusammen

Florian und Katinka war´n
ein solches Kinder Pärchen
und wer es selber hat erfahr´n
glaubte, dies sei ein Märchen

doch eines Morgens in der Früh
der Flo vergebens harrte
dann vor der Türe sah er sie
die still zu Boden starrte

die Mutter redet auf sie ein
sie hält die Hand umklammert
dieses Mal will sie nicht hinein
er hört, dass sie laut jammert

und Flo verstand erst , als er sah
Tränen unter der Brille
da war ihm klar, die Brille war
gar nicht Katinkas Wille

mit einer Brille aus Papier
sie war flugs ausgeschnitten
auf seiner Nas´ stand er vor ihr
er musste nicht lang bitten

die Mutter konnt´ getröstet geh´n
sie brauchte nicht zu warten
es applaudierte - war das schön -
der ganze Kindergarten

Freundschaften,die trefflich gedeih´n
sind später leider selten
nur Kinder könnten glücklich sein
in ihren eig´nen Welten


© Heino Suess 12/06




Im Garten


Ich habe allzu viel von meiner Lebenszeit
Sinnlos, obwohl sie köstlich war, verschwendet
Was mir noch blüht, das hat mit Blüten
Und mit Blühen überhaupt nichts mehr zu tun
Ist eher ein Dahingehn in des Alters Wüten

Ein Welken, ein Erschlaffen, ein endliches Ruhn
Einzig, was du die Liebe nennst, könnte dich trösten
Allein, sind die bestellten Gärten nicht mehr nur die Deinen
Sie sind bedroht von Dürre, Hagelschlag und Frösten

Sieh zu, dass du in absehbarer Zeit mit dir im Reinen
Und sei bereit, dich mit den Sternen zu vereinen





© Heino Suess 12/06

was mich beglückt


da gib es was, das mich beglückt
vor Glück, da werd´ ich schier verrückt
das Glück, das geb´ ich offen zu
ist deine Gegenwart, bist du

warum sollt´ ich´s nicht jedem sagen
auch denen, die nicht danach fragen
am liebsten, Liebste, sag ich´s dir
bekomm´ dann einen Kuss dafür

den Kuss gebe ich dir zurück
das ist der schönste Augenblick
wir werden uns, solang wir leben
noch ungezählte Küsse geben.....


© Heino Suess 12/06


entfremdeter Garten


Es sind ihrer, ich seh´s, noch stattlich viel an Zahl
Sollt´ ich die Rosenstöcke heute wirklich schneiden
Ich will - und kann mich aber nicht entscheiden
Hab zwischen rot und weiß und gelb, die freie Wahl

Dass mir die Rosen im Dezember prächtig blühen
Es ist für mich und jeden andren ohnegleichen
Das warme Wetter will und will nicht weichen
Ich mag mich nicht in diesem fremden Garten mühen

Dass uns so vieles aus den eig´nen Händen gleitet
Wir sollten daraus unsre Lehre ziehen
Dies Schicksal haben wir uns selbst bereitet

Denn dafür mehren sich schon längst die Zeichen
Dass die Natur zu ihrer eignen Rettung schreitet
Und diesem Schicksal wird niemand von uns entfliehen !



© Heino Suess 12/06

 


Stimmt´s?


Wer hat mir denn wohl ein Bein gestellt
Und welcher Lump in die Karten geguckt
Hat mir dann in meine Suppe gespuckt
Eine Grube gegraben, in die er selbst fällt

Und hat mir den Bären bloß aufgebunden
Wer ist mir auf mein Dach heut gestiegen
Gelogen, so dass sich die Balken biegen
Und wer hat das Haar in der Suppe gefunden

Wer hat gehört, wie die Stecknadel fällt
Und sie dann, gewogen, zu leicht die befunden
Ließ sich das Linsengericht auch noch munden
Und hat ohne Wirt dann die Rechnung bestellt

Wo bleibt, sagt´s mir, der Hahn auf dem Mist
Sah nie den Tropfen, der höhlte den Stein
Warum soll im Wein grad Wahrheit drin sein
Weil das Wetter heut garnicht zum Krähen ist

Wie man in den Wald ruft, so schall´ es heraus
Über einen Kamm lasst nicht alles uns scheren
Was will das Ei denn die Henne wohl lehren
Da den Zimmermann sparet die Axt doch im Haus

Der Zahn der Zeit heilt keinerlei Wunden
Ist es denn erfolgreich, im Trüben zu fischen
Und nahrhaft gar, Lügen nur aufzutischen
Hat Columbus "das Ei" etwa bloß erfunden

Der verkauft sein Fell auch möglichst teuer
Wer die Mücke nicht groß macht zum Elefant
Wie ein bunter Hund ist im Dorf der bekannt
Gern legt man für den seine Hand in das Feuer

Der Esel, dem zu wohl ist, der geht auf´s Eis
Weil Gold im Munde hat Morgenstund
Tut Wahrkeit auch kund der Kindermund -
Wird kalt gekocht, doch gegessen wird heiß


Wasch deinen Pelz dir, du wirst dabei nass
Da du jedes Wort auf die Goldwaage legst
Und als neuer Besen besonders gut fegst
Und so mancher Boden fehlt mancherlei Fass

Zeit war´s doch , die alle Wunden stets heilt
Zieht Menschen oftmals durch den Kakau
Macht gern manchmal jemanden zur Sau -
Wenn der sein letztes Hemd mit wem teilt

Denn dieses Hemd hat gar keine Taschen
Das weiß doch heute ein jedes Kind
Die immer in allerlei Munde halt sind
Sie werden, weise, so gerne gewaschen

So hat keiner dir in die Suppe gespuckt
das Bein, das hast du dir selber gestellt,
Weil in deine Grube kein Argloser fällt :
Hat niemand dir in deine Karten geguckt



© Heino Suess 12/06.


mitleid


bist leider völlig durchgeknallt
hast wieder einmal nix geschnallt
das, was man dir ins stammbuch schreibt
was weiß ich, wo das hängenbleibt

egal, wer´s sagt, ob frau ob mann
in deiner birne kommt nichts an
da halt ich einfach meine klappe
erspar mir so die nächste schlappe

denn nur zum suff, da geht dein sinn
sauf dich doch tot, dann biste hin !
denn nicht der alk allein ist flüchtig
dein leben auch, bedenk dies richtig

bist leider völlig durchgeknallt
hast wieder einmal nix geschnallt
das, was man dir ins stammbuch schreibt
höchstens zum nächsten glas dich treibt....


© Heino Suess 12/2006

 

Meine Art



Ich sehe dich auf meine Art
Und glaub das ist natürlich
Ich seh dir bis ins Herz hinein
Seh dich nicht bloß figürlich

In deinen Mienen läs ich gern
Das ist nun meine Art
Ob ich so ganz in deiner Näh´
Genug Distanz gewahrt

Ich hör dir zu auf meine Art
Geduld ist meine Stärke
Bin angerührt, wenn im Gespräch
Dein Zutrau´n ich bemerke

Ich freue mich auf meine Art
Sooft ich an dich denke
Es gibt in unserer Natur
Nicht viel solcher Geschenke

Und spür, dass auch mein Herz dich sieht
Und weiß : das ist natürlich
Was es entzückt-- auf meine Art
Behalte ich ganz für mich



© Heino Suess 05/o6

 

 

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