Das Jahr danach

Machtzeitlos
stehe ich
nun da,
das Jahr danach,
wenn noch so schön
das Alte war.

Wird es
uns auch hell
und
leuchtend sein?
Mit dir bin ich
nie mehr allein.

Ich zeig dir
das Jahr danach
gegen
die Ewigkeit,
bin für dich da,
zu allem bereit.

Wir sind frei,
uns auf unser
Tun zu konzentrieren.
Machtzeitlos
die Entdeckungsreise
voll zu spüren.

(c) Franz Preitler

Wolkenlose Jahre

 

Wo sind sie geblieben, wo ist die alte Zeit?

Wer hat sie vertrieben, so unendlich weit?

 

Schokolade fein und bittersüß, Wein so rot wie Blut.

Begreifen wir die Wahrheit selbst, wie weh sie tut.

 

Ein Lächeln, flüchtig traurig und zugleich mild.

Farben meiner Jugendträume, einst so wild.

 

Wolkenlose Jahre, sorgenlose Tage, tolle Zeit.

Wer hat sie vertrieben, so unendlich weit?

 

Sehnsucht nach der Liebe, Vergangenheit in mir.

Tausend Leben, die in mir beben, einst hier.

 

Versuch nicht, sie zu finden. Es ist vorbei und aus.

Ein schiefer Augenblick zerfließt im Chaos.

 

Wolkenlose Jahre, Sonnenschein bei Nacht.

Wer hat sie vertrieben, so weit weg gebracht?

 

Beklemmend still, gedenken wir der Jugendzeit.

Alles war so leicht, eine Selbstverständlichkeit.

 

Zugegeben, diese Jahre sind vorbei und vielmehr,

gibt es keine Zweifel, es gibt keine Wiederkehr.

(c) Franz Preitler

zeit zu gehen

 

wäre nun die zeit

zu gehen

einfach sagen

das war es

dinge geschehen

wie sie sind

es einzusehen

 

so würd' ich gehen

 

kein einzig tag

für mich

wäre auch nur

zu bereuen

nicht einmal

ein winzig

klein moment

 

so könnt ich gehen

 

bei weitem

ist es ein tabu

unserer zeit

doch von anfang an

sammeln wir

schatten immer zu

 

so will ich gehen

 

still und leise oft

erleben wir den

schönsten augenblick

ist es auch

noch so gewiss

er kommt nie mehr

zurück

 

so müsst'  ich gehen

 

langsamkeit verschafft

uns zeit

es zu verstehen

auch wenn

der absprung längst

verpasst doch aufgerafft

und bereit

 

so darf ich gehen

Der Drachenjunge

 

Die Welt ist bevölkert von Elfen, Ungeheuern und Zwergen.

Dunkle Mächte schwarz, lauern auf Menschen in den Bergen.

Eine Frau läuft durch die Dämmerung vom Regen durchnässt,

umklammert ihr Kind, damit sie es aus Angst nicht fallen lässt.

 

„Gedulde dich mein ängstlich Kind, bald sind wir in Sicherheit!“

Schwarze Gestalten schleichen immer näher in der Dunkelheit.

Eine Nebelelfe will helfen, die sich hinter Bäumen versteckt,

hat längst die Dämonen der Macht in der Finsternis entdeckt.

 

Mit dröhnender Stimme schreit eine Kreatur nach der Frau.

„Gib mir deinen Sohn, er ist frisch wie des Morgens Tau“!

Die Frau rennt mit dem Kind im Arm, stürzt den Weg entlang.

In Ihren Augen erkennt man Todesfurcht, Schwäche und Bang.

 

Der steinige Weg ist vom braunen Laub der Bäume übersäht.

Die Frau sieht die klaffende Schlucht vor ihr viel zu spät.

Schreiend stürzt sie hinunter über Geröll und Gestein.

Das Kind fällt zu Boden, bleibt zurück nun allein.

 

Aus einer Wolkenbank zuckt ein Blitz herab strahlend grell.

Die düstere Schattenwelt verharrt des Augenblickes schnell.

Von oben kommt ein Drache zu Hilfe dem armen Kind.

Ergreift ihn, bevor die grausam Schatten schneller sind.

 

Nebel steigt auf, eine spannende Magie glänzend schön.

Weit am Horizont, kann man den Drachen fliegen sehen.

Geborgen wächst der Junge im Tal des Drachen auf,

Monate und Jahre vergehen, die Zeit nimmt ihren Lauf.

 

Das Reich der Zwerge und Drachen leidet unter dem Bann des Bösen.

In vielen alten Büchern hat man über ihr Schicksal gelesen.

Das Ende der Drachenwelt steht bevor unmittelbar.

Ein junger Mann mit magischer Kraft, könnte dies verhindern fürwahr.

 

 

Der Junge ist auserkoren für die Drachenwelt zu kämpfen,

er muss mit 14 Jahren zurück ins Tal, die schwarzen Schatten dämpfen.

Den blauen Stein des Friedens besitzen, wenn er zurückkehrt,

wurde ihm von seinem Retter, dem Drachen jahrelang gelehrt.

 

Es ist spät im Sommer, der Tag um los zu gehen, steht zur Wahl.

Tapfer macht sich der  Drachenjunge auf den mühsamen Weg ins Tal.

Auf einer Anhöhe still erblickt er das Dorf, liegt verlassen im Dunkeln.

Es sei bereits verwunschen, hört man die Gräser im Wind munkeln.

 

Ohne Angst und Furcht schreitet er zur Hütte seiner Mutter vor,

mit glutroten Augen und Hass darin öffnet sie dem Sohn das Tor.

Erfolglos hat sie nach dem Kind jahrelang in Angst und Panik gesucht.

Weshalb sie sich mit dem Bösen vereinte, jetzt ist sie verflucht.

Sie ist im Besitz des blauen Steines, hält ihn im Garten vergraben,

dort wo die bösen Mächte sich an den verlorenen Seelen laben.

„Ich bin die Hüterin des Steines!“, kreischt sie ihm ins Gesicht.

„Ich bin dein Sohn, Mutter erkennst du mich nicht!“

 

„Ich kenne dich nicht, verlass das Dorf und geh zurück!“

„Endlich habe ich dich gefunden Mutter, welch ein Glück!“

Um die Hütte die schwarzen Schatten des Bösen aufgehen.

Es wird Finster, man kann die Sterne am Himmel nicht sehen.

 

Der Junge stößt sie zur Seite um den blauen Stein zu befreien.

Sie fasst ihn mit ihren Krallen, man hört ihn noch schreien.

Es beginnt ein schrecklicher  Kampf auf Leben und Tod.

Das Weiß seiner Magie gegen des Dämon Augen Rot.

 

„Ach Mutter, ich liebe dich, lass mich am Leben sein!“

„Dem Teufel werde ich opfern, deine Drachenseele rein!“

So  tötet sie den eigenen Sohn in ihrem grausamen Hass.

Der Drachenjunge fällt zu Boden, sein Gesicht erstarrt blass.

 

Die Nebelelfen weinen bitterlich, wollen helfen noch schnell,

jedoch der schwarze Tod war ihnen voraus und flinker zur Stell.

Von den Bergen kommt gnadenloser Sturm ins Geschehen,

von weitem kann man den Drachen heran fliegen sehen.

 

„Du kommst zu spät!“, lacht das Weib ihn spöttisch aus.

Die Schatten werden zu Feuer, verschlingen sie mitsamt dem Haus.

Im letzten Moment fasst er seinen Jungen, hebt ihn von der Erde,

damit das ruhige Tal der Drachen seine letzte Ruhestatt werde.

 

Verloren ist die Hoffnung auf ewigen Frieden und Glück.

Verzweifelt bringt der Drache seinen Jungen ins Tal zurück.

Das Böse hat gesiegt, Trauer der Elfen steigt wie Nebel empor.

Das traurige Ende der Drachenwelt steht gnadenlos bevor.

 

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