Kurzvita:

 

Ich wurde 1982 in Rottweil geboren, absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung zur Logopädin. Seit meiner Grundschulzeit schreibe ich kurze und längere Geschichten.

Mein Erstlingsroman „Tausendundzwei Nächte“ erschien im Herbst 2005 beim Asaro Verlag. 

 

Tausendundzwei Nächte

 Exposè:

 

Während ihres Urlaubs in Benit, einem exotischen Land wie aus Tausendundeiner Nacht, verliebt sich die deutsche Studentin Sina in Saleh. Gegen alle Widerstände ihrer Familie beschließt sie, seine Frau zu werden. An der Seite des Präsidentensohnes wird Sina Zeugin von unvorstellbarem Luxus und beinahe grenzenloser Macht. Doch vor den dunklen Seiten der diktatorischen Gesellschaft kann sie ihre Augen nicht lange verschließen. Um seine Macht aufrecht zu erhalten und zu vergrößern, schreckt ihr Schwiegervater selbst vor Massenmord nicht zurück. Sina ist ständig hin und her gerissen zwischen Zuneigung und Ablehnung für einen Mann, der ihr als fürsorgliches Familienoberhaupt ein Zuhause gibt, zugleich aber Folter und brutale Gewalt gegen sein Volk einsetzt. Erst als ihr Sohn Omar geboren wird, vergisst sie alle Bedenken und Probleme. Sie hält ihr Glück für perfekt. Doch Jahre später wird der Regent eines Terroranschlags auf Amerika beschuldigt und das Land angegriffen. Die benitische Armee hat den Streitmächten der USA nichts entgegenzusetzen und schnell stehen die Feinde vor der Hauptstadt. Erneut sieht sich Sina dem Konflikt zwischen westlicher und islamischer Welt ausgesetzt. Dieses Mal allerdings ist ihr Leben und das ihrer Familie in höchster Gefahr.

 ISBN 3-934625-71-1

472 Seiten

Paperback

Format: 14,8 X 21 cm

Leseprobe:

 Heftige Stürme stoppten vorübergehend den Vormarsch der amerikanischen Bodentruppen auf Sarana. Doch die Luftangriffe gingen mit unverminderter Heftigkeit weiter.
   Während unsere Soldaten in der Wüste um ihr Leben kämpften, hetzten wir von einem Quartier zum nächsten. Darin bestand unsere einzigen Chance, den gezielten Bombardierungen zu entkommen.
   Diener brachten nach wie vor in regelmäßigen Abständen Essen, Seife und Wechselkleidung, sodass wir uns wenigstens ein klein wenig Lebensstandart bewahren konnten.
   Die Zahl unserer Diener schmolz jedoch rasant dahin. Viele zogen sich aus Angst vor den Luftangriffen aufs Land zurück, obwohl Khaleds Strafe für Untreue der Tod war. Aber das spielte jetzt keine Rolle mehr. Niemand wusste, wohin der Präsident verschwunden war und ob er überhaupt noch lebte. Da wog die eigene Sicherheit plötzlich entschieden mehr als seine und unsere...
   Die Diener, die Sarana nicht verließen, kamen häufig bei Luftangriffen um oder verschwanden spurlos.
   "Wenn das so weitergeht, stehen wir irgendwann ganz allein da und müssen sehen, wie wir zurechtkommen", bemerkte Saleh eines Nachts düster, der es nicht fertig brachte, die flüchtigen Diener töten zu lassen.
   Wir befanden uns in einer kleinen Wohnung am Ghaniim, lagen auf einer dicken Matratze und hielten uns im Arm. Jeder suchte beim anderen Trost, Halt und Wärme.
   Ich ermahnte Saleh, nicht so zu reden. "Ein paar Leute werden uns schon treu bleiben."
   Ich versuchte das nicht nur ihm, sondern auch mir selbst einzureden.
   In allen Städten, die die Amerikaner bis jetzt eingenommen hatten, waren sie mit Jubel empfangen worden. Viele Beniter sahen in ihnen offenbar Befreier.
   Gemälde und Statuen von Khaled - Symbole seiner langjährigen, teilweise brutalen Herrschaft - wurden systematisch zerstört.
   Aber so konnten doch nicht alle Beniter empfinden. Wo waren die Leute, die Khaleds Reden mit angehaltenem Atem gelauscht hatten und anschließend in beinahe hysterischen Jubel ausgebrochen waren? Die ihn geliebt und verehrt hatten? Die ihm und Benit noch unmittelbar vor dem Krieg ewige Treue geschworen hatten?
   Auf ihnen ruhte meine ganze Hoffnung - und auf den Männern der Republikanischen Sicherheit, die bereit standen für die Entscheidungsschlacht um Sarana.
   Das beste Beispiel für absolute, bedingungslose Treue war Hassan. Er wich nicht eine Sekunde von unserer Seite und machte keinen Hehl daraus, dass er jederzeit bereit war, für Saleh, Intisar, Ali, Omar und mich sein Leben zu opfern.
   "Als Mitglied der Republikanischen Sicherheit habe ich einen Eid geleistet", sagte er. "Ich habe geschworen, dem Präsidenten und seinen Angehörigen notfalls mein Leben zu opfern. Ich bin bereit zu sterben, damit ihr lebt!"
   Seine Worte jagten mir einen kalten Schauer den Rücken hinunter, denn ich ahnte, wie ernst sie gemeint waren.
   Ich wollte nicht, dass Hassan oder sonst jemand sich für uns opferte. Aber genauso wenig wollte ich meine Kinder, Saleh oder mein eigenes Leben verlieren...
   Dieser Krieg gefährdete alles, woran ich hing und hatte mein Leben über Nacht in einen Albtraum aus Angst, Ungewissheit und Verzweiflung verwandelt.

Souad kam wie die meisten anderen Diener nur noch selten. Wenn es ihr aufgetragen wurde, uns etwas zu bringen, tat sie das ohne Zögern. Ansonsten hielt sie sich von uns fern und ich konnte es ihr noch nicht einmal verübeln. Bei uns zu sein bedeutete, sich im Zentrum der Zielscheibe zu befinden - kein besonders erstrebenswerter Zustand...

Saleh hielt über Funk ständigen Kontakt zu Armee und Republikanischer Sicherheit.
   Wir wussten nicht, was aus Khaled geworden war. Seit unserem Abschied in Abdullahs Villa hatten wir nichts mehr von ihm gehört.
   Ich kannte meinen Schwiegervater - vielleicht sogar besser als sein Sohn Saleh.
   Wir hatten in den vergangenen Jahren sehr vertrauliche Gespräche geführt, von denen ich nicht einmal meinem Mann erzählt hatte...
   Insgeheim vermutete ich, dass Khaled nach Norden aufgebrochen war, wo er den Schutz seiner zahlreichen Verwandten genießen konnte.
   Es war Saleh, der nun Benit zu führen hatte, obwohl sein Vater nach wie vor Präsident war und offiziell alle Fäden in der Hand hielt.
   Mein Mann erfüllte seine schwierige Aufgabe mit einer Tapferkeit und Entschlossenheit, die ich ihm vor dem Krieg nie zugetraut hätte.

Weitere Projekte:


Beitrag zur Roman-Anthologie „Traumschiff“:
Erotische Fantasien
Das Buch kann man auch von hinten lesen.
Hrsg. Elmar Ferber
ISBN 3-931918-65-3
124 Seiten / EUR 12,-

   

Roman: „Imola“ (Vorläufiger Titel):

„Imola“ enthält autobiografische Züge.

Die Geschichte handelt von einer jungen Frau, die sich auf den Weg ins italienische Imola macht, um ein Kindheitstrauma zu verarbeiten: Nach Jahren kehrt sie an jenen Ort zurück, wo einst ihr Idol starb – der Formel-1-Weltmeister Ayrton Senna. Es ist eine Reise voller Erinnerungen, Überraschungen und bewegender Momente.

Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

Außerdem mehrere Anthologien mit Kurzgeschichten; Infos folgen irgendwann



www.elisabethgraf.de


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