Kurzvita

 

Mein Name ist Christian Pirschalawa und ich wurde am 14.09.1985 in Frankfurt am Main geboren. Ich habe im Sommer 2005 an der Ziehen-Schule in Frankfurt mein Abitur gemacht und anschließend meinen Zivildienst in einem Frankfurter Kinderhort abgeleistet. Nach einem zweimonatigen Praktikum beim Journal Frankfurt studiere ich nun seit dem Wintersemester 06/07 Informatik an der Fachhochschule Frankfurt. Ich schreibe seit meinem 12. Lebensjahr, beschäftige mich seit meinem 17. Lebensjahr intensiver damit und habe seitdem viele Kurzgeschichten geschrieben, die ich demnächst in der einen oder anderen Form veröffentlichen möchte.

 

Leseprobe aus der Kurzgeschichte “Leuchtende Welt”

 

von Christian Pirschalawa

 

Also so was! Weib?! Was seid ihr denn, ihr Lumpen, guckt euch doch mal an! So läuft man doch nicht rum! Und was für belangloses Zeug ihr redet!“ Und da musste Frank lachen. „Das sagt die Richtige!“

 

Damit war der Nerv getroffen, die Kellnerin machte sich empört ab. Alle lachten, nur Sebastian schaute vorsichtig zum Barkeeper. Der hatte die Szene wohl vernommen, schien sich aber nicht sehr daran zu stören und schenkte der Kellnerin nun etwas Bier aus. Man besann sich am Tisch sofort auf ein anderes Thema. Karl tat das Ganze zwar irgendwie Leid, aber er konnte es auch nicht über sich bringen, ernsthaft Mitgefühl für die seltsame Alte aufzubringen.

 

Lag es an der Sehnsucht nach einem attraktiven Gegensatz zu der Kellnerin, oder war es in einer Runde wie dieser so oder so nicht zu vermeiden, dass einer von ihnen irgendwann durch einige unbedachte Bemerkungen den thematischen Abgrund der Einsamkeit unter allen aufriss? Es war jedenfalls wieder die Zeit gekommen, in der vergangene Semi-Liebschaften aus dem emotionalen Grabe auferstanden und ihnen nachschwirrend die Bilder all der Nächte, in denen man sich hilflos auf dem Bett zusammenkrümmte, untermalt von dem schmerzenden Soundtrack der empfundenen Hoffnungen, Enttäuschungen und Demütigungen. Die Kellnerin löste sich nun wieder aus ihrer Erstarrung, wagte sich aber nur einige Schritte weit vor. Erst als die vier den Tiefpunkt überwunden hatten und nun mit militärischer Genauigkeit das Aufspüren und Einfangen neuer andersgeschlechtlicher Beute planten, wagte sie sich wieder bis zum Tisch.

 

Na, für junge hübsche Kerle wie euch sollte es doch kein Problem sein, eine Frau zu bekommen.“ Das ist schwieriger als Sie denken“, erwiderte Sebastian, in dem die Höflichkeit noch über den Ekel siegte. Es könnte ganz einfach sein...“

 

 

Leseprobe aus der Kurzgeschichte “Der Preis der Schönheit”

 

von Christian Pirschalawa

 

Am nächsten Tag hatte Eva frei, Herman hatte ihre Nummer. Als er sich nach Feierabend in seiner Badewanne entspannte, war er sich noch nicht schlüssig, ob er sie heute sehen sollte oder nicht. Der gestrige Abend war amüsant, allerdings war zum Erhalt der Stimmung auch einige Mühe notwendig. Herman fühlte sich ausgelaugt in dem lauwarmen Badewasser. Er wollte den guten ersten Eindruck nicht durch einen durchwachsenen zweiten trüben. Herman blickte auf die wenigen Schauminseln, die auf dem Badewasser trieben. Andererseits musste er es natürlich schaffen, Eva regelmäßig zu sehen und zu unterhalten. In Gedanken verloren blickte er durch das Wasser auf sein verschwommenes Bein. Wobei, ein Tag Pause, dachte Herman und blickte auf die Hand, die gerade seinen Knöchel umfasste, ein Tag Pause sollte ja nicht so– die Hand – schlimm sein, wenn – das ist nicht meine Hand – wenn – Mein Gott, was ist das?! Ruckartig fuhr er die Arme aus dem Wasser, betrachtete seine beiden Hände, zog dann sein Bein hoch und mit ihm einen behaarten Arm, der zu der fremden Hand an seinem Knöchel gehörte. Mit einem Schrei schüttelte er sie ab, sprang aus der Wanne, verschloss die Badtür und rückte eine Kommode davor. Hastig rannte er ins Wohnzimmer und schnappte nach dem Telefon. Er drückte irgendeinen Knopf und hörte ein Freizeichen. Nach ein paar Momenten meldete sich eine Frauenstimme. „Da ist jemand“, presste Herman panisch hervor. „Oh, hallo Herman!“, antwortete Eva. Herman hatte vorher schon einmal erfolglos angerufen und hatte jetzt wohl auf Wahlwiederholung gedrückt. „Da ist jemand...“, begann Herman wieder schwitzend. Sein Blick fiel auf die Badezimmertür, hinter der sich nichts rührte. „... der dich sehen will“, schloss er etwas nervös. „Jemand, der gerne wieder mit dir ausgehen würde!“ Sie verabredeten sich fürs Kino. Herman nahm ein frisches Handtuch aus dem Schlafzimmerschrank. Er lugte kurz durchs Schlüsselloch ins Bad, sah aber niemanden. Hat wohl nicht viel Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, dachte Herman, verstaute sämtliche Wertsachen in der Manteltasche und verließ die Wohnung.

 

Einige Zeit später trat ein Mann in Hermans Wohnzimmer, der nur mit einem Handtuch bekleidet war. Er durchsuchte eine Weile die Schränke, nur um am Ende enttäuscht festzustellen, dass der hiesige Mieter wohl Nichtraucher war. Mit einem Seufzer wandte er sich der Minibar zu und schenkte sich ein Glas Whiskey ein.

 

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